Juli '10 - Es hora de decir adiós! :'-(

Da war er nun. Der allerletzte Monat in Chile (erstmal)!
Genau genommen war es ja gar kein Monat mehr, mein Rückflug war für den 2. Juli angesetzt. Deswegen sind die meisten Fotos auch tatsächlich noch aus dem Juni.

Nun kann ich mich natürlich nach fast drei ganzen Jahren nicht mehr an jedes Detail erinnern, aber was ich noch weiß, ist, dass alle nochmal versucht haben, mir so viel Schönes zu zeigen, wie irgendwie noch neben der Schule in diese letzten zwei Wochen passte.
Meine Gasteltern fuhren nochmal mit uns auf's Land zu den Großeltern, Ausflüge, die für mich inzwischen ganz selbstverständlich geworden waren, mein Geschichtslehrer, der auch eine Fotografie-AG leitete, machte mit uns einen Ausflug zu vielen schönen Ecken der Insel, meine Freunde wollten selbstverständlich nochmal ordentlich feiern, ich wollte nochmal nach einer langen Nacht in der Disko bei Karla übernachten, wo wir dann erst gegen Nachmittag aufwachen und einfach nur in ihrem Zimmer unter dem Dach liegen und dem Regen zuhören und uns dabei über Gott und die Welt unterhalten, nochmal Quatsch machen mit Maxi, noch eine Horrorfilmnacht mit Coni und Matías, an deren Ende wir drei Schisshasen alle in meinem Zimmer schlafen, weil keiner allein sein will ... soooo viel. Und das in so wenig Zeit! Alles, was ich jetzt davon noch habe, sind meine Erinnerungen - und die Fotos, die ich wie immer gerne hier mit euch teilen möchte! :)

Unten: Ich mit meiner chilenischen "Adoptivmutter" Marisol im Haus ihrer Eltern beim Milcaos machen :)
haciendomilcaos
Tocoyhue
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San Juan (Fotoausflug mit unserem Profe Feña)
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nochmal Tocoyhue (Auch mit Feña)
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Tenaún
Kirche von Tenaún - die schönste Chiloés für mich :)
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Uuuund einige letzte Impressionen: Ein Regenbogen, vom BUs aus gesehen, ich mit meinen Freundinnen Karla und María-José in traditionellen chilenischen Trachten während einer Schulaufführung zur Sankt Johannes-Nacht, und ich mit meinen Freunden bei einer kleinen Abschiedsfeier - einen Tag vor meiner Abfahrt, alle haben bei mir gepennt und sind am nächsten Tag hinter unserem Auto her zum Busterminal gefahren, wo dann tatsächlich fast meine ganze Klasse stand und mich zusammen mit meiner Gastfamilie tränenreich verabschiedete - unnötig zu sagen, dass ich noch zwei Stunden danach wie ein Schlosshund heulend Chiloés Landschaft an mir habe vorbeirauschen sehen - der Stewart dachte bestimmt, ich sei auf dem Weg in die Irrenanstalt. Und tatsächlich fühlte es sich in diesem Moment nicht wie Nach-Hause-fahren an, sondern wie Zuhause-verlassen!
Arcoiris en Putemun
Noche de San Juan
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Meine Abschiedsfeier :'-)
weoniis(L)
... nen Versuch war es wert! ;)
sie wollte mit :'-)
<3
lindooos - excepto la de  polera negra


Sicher schafft man nie so viel, wie man sich vorgenommen hat. Ich denke, im Endeffekt ist es auch besser so, dass ich nicht als nur unterwegs war, denn schließlich war ich in erster Linie dort hin gegangen, um neue Leute kennen zu lernen und in das Leben einer ganz normalen chilenischen Schülerin einzutauchen, nicht um einen einjährigen Urlaub zu machen.
Sicher möchte ich immer wieder nach Chile zurückkehren, und sicher möchte ich mir seine famose Landschaft anschauen, es ist ein wunderschönes Land mit wunderschöner Natur (so es sie denn beschützt, was leider nicht immer der Fall ist).
Aber im Grunde habe ich ja auch so sooo viel mehr gesehen als nur Landschaften - ich habe Freunde gefunden, die ich nicht missen möchte, und mit vielen von ihnen habe ich auch jetzt, nach fast drei Jahren, noch guten Kontakt, gerade mit Karla und Fran, aber auch mit Maxi, Wila, Onchi, manchmal pöbeln ich und Pepa uns ausgedehnt auf facebook an :D
... oder Coni, die für mich jetzt einfach "meine Schwester" ist, mit der ich mich fetzen kann wie sonst was, aber dann kommt früher oder später doch wieder eine zur anderen an, oder mein kleines Lieblingsgroßmaul Matías, "mein kleiner, nerviger Bruder", Polo und Marisol, meine chilenischen "Adoptiveltern"
... es ist schön zu wissen, dass ich diesen Menschen genug bedeute, um mit mir Kontakt zu halten. Sicher schreibt man nicht jeden Tag miteinander, eines jedes Leben geht weiter, meine Freunde studieren seit fast drei Jahren, alle leben weiter und machen unabhängig voneinander Erfahrungen - und trotzdem, am Ende des Tages ist es schön, dass z.B. Karla und ich uns immer noch regelmäßig riesen Testamente schreiben, oder dass ich immer wieder, wenn ich so gar nicht dran denke und vielleicht einen schlechten Tag hatte, abends ein Herzchen von Onchi auf meiner Facebook-Pinnwand finde, das mich gleich wieder lächeln lässt, oder einfach mal kurz mit Fran oder Maxi oder Wila skype, wenn auch nur ein halbes Stündchen, bevor sie zur Uni müssen oder so, und wir uns kurz mal wieder updaten. :)

Mein Endfazit zu diesem ganzen Austausch (ja, ich weiß, das ist schwer, und es ist sicher nicht perfekt):
Wenn ihr darüber nachdenkt: TUT ES EINFACH! Das ist alles, was ich dazu sagen kann! Man hat gute Momente und schlechte, ich will hier keine Utopie eines perfekten Jahres beschwören, denn das perfekte Austauschjahr gibt es nicht, weil es kein perfektes Leben gibt, is' halt so. ALLERDINGS kann ich euch versichern, dass ich mich jetzt eigentlich nur noch sehr neblig an die nicht so schönen Momente erinnere, und meistens kann ich ihnen inzwischen - so kitschig es auch klingt - tatsächlich sogar oft etwas Positives abgewinnen, denn oft lassen schlechte Erfahrungen einen noch viel mehr wachsen und mehr über sich selbst erfahren, als immer nur Gutes ...
Wie ich bereits im letzten Eintrag erwähnt habe, fliege ich in tatsächlich nur noch 20 Tagen direkt nach meinen Prüfungen für sechs Wochen wieder hin (Leider war geld- und zeittechnisch nicht mehr drin). Karla hat mir heute passenderweise geschrieben, dass es in Chile eine richtige Hitzewelle gebe, sogar in Punta Arenas 29°C - und das ist ECHT mal ein Wort, hoffentlich hält sich das während meines Aufenthalts so! :D

Vielleicht werde ich sogar über meinen ersten Besuch in meinem Gastland seit meines Austauschjahres hier berichten, vielleicht interessiert es tatsächlich jemanden, vielleicht schreib' ich hier auch nur für mich - hm, ja, schon. ;)
Egal, was noch kommt, ich kann euch zu einem Austauschjahr, egal wo auf der Welt, nur raten, ES ZU TUN! Übrigens könnt ihr auch ohne reiche Eltern ein Jahr ins Ausland, meine Eltern selbst sind auch nicht gerade reich gewesen, ich habe z.B. Auslandsbafög beantragt, bei meiner Organisation YFU (für die ich mich inzwischen übrigens freiwillig als Betreuerin von Gastschülern engagiere, die hier nach Deutschland kommen - Gastfamilien werden immer gesucht, btw!) gibt es außerdem eine Bandbreite von Stipendien nicht nur für akademisch hervorragende Schüler, sondern auch z.B. für Kinder von Mitarbeitern bestimmter Firmen etc.

Mein Bericht vom Austauschjahr ist damit hier fast vorbei.
Sicher hätte ich mehr beschreiben können, hätte ich diesen Blog zeitnah zum Ende meines Austauschjahres fertig gestellt. Andererseits kann ich nun, als drei Jahre ältere Inga, schon ein kleines Fazit ziehen: schulisch hat mir persönlich das Jahr nicht geschadet, eigentlich war ich danach nur in Mathe schlecht, aber das war bei mir zugegebenermaßen auch nichts Neues, von daher war es mir irgendwann nur noch egal, solange meine anderen Noten gut blieben! ;) Ich konnte zwar in meiner Schule nicht einfach in den Spanischkurs zurückwechseln, wie es mir am Anfang noch versichert worden war (mein Tipp: seid nicht so gutgläubig wie ich und lasst euch solche Versprechen schriftlich geben!), dennoch habe ich ein ganz gutes Abi gemacht, und nun, man glaubt es kaum, studiere ich sogar die Sprache meines Gastlandes (neben Englisch, welches schon seit der Dritten oder Vierten immer mein Lieblingsfach war!) - wohin es mich damit am Ende verschlagen wird, kann ich nicht sagen, noch bin ich am Anfang meines Studiums, aber bis jetzt habe ich gemerkt, wei sehr mir mein Jahr in diesem Aspekt geholfen hat, ich habe, gerade was Hörverstehen und Sprechen, aber auch Schreiben angeht, einen klaren Vorteil meinen Kommilitonen gegebüber, die ihr Spanisch "nur" in der Schule gelernt haben.

Was aber noch viel wichtiger ist: Ich bin viiiiiel selbstbewusster geworden! Vor meinem Austauschjahr war ich in Wirklichkeit extrem unsicher, ich war nach der Achten in einer Klasse gelandet, die auf gut deutsch gesagt einfach nur scheiße war und mich mobbte, wo es ging, und das hatte mich innerlich sehr unsicher gemacht. Klar habe ich immer versucht, das mit meiner lauten, sprudligen Art zu übertünchen, aber ich selbst weiß ja wohl am besten, wie es damals in mir aussah. Mein Austauschjahr war auch ein bisschen ein Ausbruch, ein Fluchtversuch aus dieser ganz furchtbaren Klasse, die mich nicht so akzeptieren konnte, wie ich war - damit ich nicht auch noch die Elfte mit ihnen verbringen musste. Am Ende meines Austauschjahres war es soooo viel mehr! Ich hatte mich selbst besser kennen gelernt, und, dass man nicht schauspielern musste, um gemocht zu werden, sondern einfach die richtigen Leute finden musste, die offen und ohne Vorurteile auf einen zugehen und einem zeigen, dass man, so wie man ist, auch liebenswert ist (auch wenn es natürlich an jedem verbesserungsbedürftige Aspekte gibt).
Natürlich bin ich jetzt kein perfekter Mensch. An mir gibt es, wie an jedem, genug Sachen auszusetzen. Aber ich habe durch mein Jahr in Chile gelernt, dass man auch trotz aller seiner Fehler gemocht werden kann, besonders natürlich, wenn man versucht, an diesen Fehlern, so gut es eben geht, zu arbeiten! Die Schwierigkeiten, die sich einem automatisch stellen, wenn man, vor allem ohne oder mit kaum Kenntnissen der Landessprache, in einem so jungen Alter in die große weite Welt auszieht, lassen einen nicht immer wachsen - einige meiner Mit-Austauschschüler sind daran gescheitert, haben ihr Jahr vorzeitig abgebrochen, einige haben keinen Kontakt mehr dorthin - aber am Ende steht doch für mich fest: Selbst, wenn ich auch eine von diesen Abbrechern gewesen wäre, selbst, wenn sich mir ein Problem in den Weg gestellt hätte, dass ich nicht hätte überwinden können
- am Ende hätte ich mich ein "Was wäre, wenn du das mit dem Austausch zumindest versucht hättest?!" viel verrückter gemacht als ein "Es hat leider diesmal nicht geklappt, aber es war trotz allem eine wertvolle Erfahrung!"

Peace out,
Inga
(20, Ehemalige ATS, halbwegs glüklich mit ihrem Leben).

Foto0342
party santiago de chile yfu

Juni '10 die Zweite ... The final Countdown :'(

Hallöle auch, hier kommt der zweite Teil des extrem verspäteten Juni-Berichts! Für alle, die es nicht mitbekommen haben sollten: ich habe diesen Blog hier angefangen, als ich im zarten Alter von 16 Jahren 09/10 mit YFU für ein Jahr als Austauschschülerin nach Chile gegangen bin, und will ihn nun, da ich mich durch einen Zufall wieder daran erinnert habe, als 20jährige Studentin endlich mal zu Ende bringen - bzw. wer weiß - vielleicht hat sich hier ja jemand für Februar 2013 Tickets gekauft, um endlich wieder zu ihren Freunden und ihrer zweiten Familie auf der anderen Seite der Welt zu fliegen, wenn auch nur für 6 Wochen in den Semesterferien. ;)

Wo waren wir stehen geblieben? Atacama! Die trockenste Wüste der Welt - noch heute, drei Jahre danach, bin ich total geflasht von den Bildern, die vor meinem geistigen Auge beim Schreiben dieser Worte wieder aufleben!
Nach unserem Ausflug zu den tatio-Geysiren (Tatio heißt übrigens auf atacameño "weinender Großvater", was daher kommen könnte, dass für die Ureinwohner der Atacama die Geister ihrer Vorfahren in den Bergen weiter lebten und sie die Berge selbst als eine Art Gottheiten, von denen sie abstammten, sahen ... wenn ich mich richtig erinnere, alle Angaben ohne Gewähr!)
Danach fuhren wir nach San Pedro de Atacama - wie ich bereits im ersten Post erwähnt habe, gefile es mir da nicht wirklich, viel zu überlaufen, touristisch, teuer, und überhaupt meiner Meinung nach nicht unbedingt einen Besuch wert, wäre da nicht eben die Nähe zum Tatio oder auch dem Salar de Atacama oder dem Valle de la Luna, was diesen Ort zum idealen Ausgangspunkt für viele Tagesausflüge macht. Mein Tipp: Wenn schon die überteuerten Hotels dort, dann nehmt euch wenigstens genug Essen mit, damit ihr dort nicht auch noch in den teuren Restaurants essen müsst, das Essen war (in meinem Fall) nicht mal besonders gut, das Pichanga war kalt, als es an unseren Tisch kam.

Leider schafften wir auch die anderen Tagesausflüge nicht mehr, zumindest ich nicht, denn am Morgen erfuhr ich im Hotel in San Pedro, dass LAN Chile versucht hatte, mich zu kontaktieren, um mir mitzuteilen, dass mein Flug vorverlegt wurde - so musste ich einen Tag früher als geplant abfliegen, und heizte mit dem Bus zurück nach Calama, wo mir dann aber niemand Annas Haus aufschließen konnte - ihre Gasteltern waren in Santiago, ihre Gastschwester auch nicht da und ... es war alles komisch. @.@ So musste ich also am Ende nur mit meinen nötigsten Sachen wieder zurück nach Chiloé fliegen, Anna versprach mir aber, meinen Trekkingrucksack mit den restlichen Sachen hinterher zu schicken. Das Ganze sollte sich am Ende als echter Nervenkitzel herausstellen, denn mit dem Verschicken großer Gegenstände ist das so eine Sache in Chile - zuletzt hielt ich meinen geliebten Rucksack dann genau einen Tag vor meiner endgültigen Abreise Richtung Santiago, und von da aus nach Deutschland, in Händen! Der Kommentar meines Gastpapas dazu: "Siehste, alles okay!" ... Na denn! :D

Hier sind noch ein paar restliche Impressionen vom Norden, der Mitte und meinem lieben Süden, der sich mir bei meiner Fährfahrt zurück nach Chiloé vom Allerfeinsten zeigte, wie um mich wieder zu Hause willkommen zu heißen! ;)
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unsere sehr nette Reiseführerin, deren Namen ich leider nicht mehr weiß - sie hat uns sogar noch Volver a los diecisiete von Violeta Parra geschickt, weil wir alle zum Zeitpunkt der Reise 17 waren und uns mit diesem Lied immer daran erinnern sollten! :'-)

rumbo norte 696
Fußball auf 3500 m (wir hatten Probleme, gleichzeitig zu reden und zu laufen, btw)
rumbo norte 700leckere Cazuela im Indio-Restaurant :)
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Valle de la luna bei Tage (--> eigtl. FAIL :D )
rumbo norte 722
rumbo norte 725
rumbo norte 728
Staubig wars :D
rumbo norte 730
rumbo norte 736Louischen, ich und dieses gewisse Gespür für Drama :D
rumbo norte 737

Arumbo norte 743
rumbo norte 759
rumbo norte 762
rumbo norte 006
rumbo norte 007


So, das war also der Norden. Der, den ich sooo lange sehen wollte, von dem ich mir vor meinem Austauschjahr gewünscht hatte, dass mich irgendwo dort eine Familie aufnehmen würde, weil ich doch eigentlich gar keine Kälte und Regen mag.

Inzwischen hatte ich aber gerade an so einem Ort fast ein Jahr meines Lebens zugebracht, und so unheimlich tolle Menschen kennen gelernt, die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte! Und, klar, das dortige Klima war und ist immer noch nicht mein Favorit, aber ich denke, bei so wunderschönen Anblicken wie den Folgenden kann man Chiloé durchaus verzeihen, dass es kein tropisches Inselchen ist! ;)

Denn gegen Ende meines Austauschjahres, etwa zwei Wochen vor meiner Abfahrt, an die ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch gar nicht denken wollte, fuhr ich mit meiner besten Freundin Karla und einem Bekannten, dessen Vater eine Ferienhütte in Cucao besaß, endlich zum Nationalpark Chiloé!
Wir verbrachten dort ein super Wochenende, liefen fast die ganze Zeit am Strand oder im kalten Urwald herum, und hatten jede Menge zu lachen! Wie immer lasse ich euch an dieser Stelle mit den Bildern allein, denn adequat beschreiben, was für eine Wirkung dieser Ort und Chiloés Landschaften generell haben, könnte ich eh nicht. ;)

Cucao por fin 008
Cucao por fin 039
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Cucao por fin 114
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Cucao por fin 154
Cucao por fin 161
Cucao por fin 173
Cucao por fin 189
Cucao por fin 194
Cucao por fin 197
Cucao por fin 201
Cucao por fin 206
Cucao por fin 236
Speltakulärer Sonnenuntergang am Samstagabend! :)
Cucao por fin 253
Cucao por fin 272
Sonntag mittag (Nachmittags gings zwecks Schule usw. schon wieder nach Hause)
Cucao por fin 353
Ijjjaaaaah ... DAS werd ich wohl mal erklären müssen! :D Der Weg zum Pazifikstrand war durch einen nächtlichen Regenschauer überflutet, wir hätten also umkehren und wieder nach Hause fahren können, ohne den berühmten Strand überhaupt mal gesehen zu haben. Wollten wir nicht, also: Zähne zusammenbeißen und barfuß durch das an manchen Stellen immerhin kniehoch stehende Gewässer waten. Und dabei haben wir uns nicht mal erkältet! :D
Cucao por fin 365
Ich darf wohl sagen: Es hat sich gelohnt!!!
Cucao por fin 389
Cucao por fin 395
Cucao por fin 422
Cucao por fin 444
Ein Versprechen, das ich auch einhalten werde, wie ich inzwischen weiß! :'-)
Cucao por fin 448
Cucao por fin 477

... schuff schuff schnell wieder nach Hause, Montag musste ich ja wieder um 6 Uhr aufstehen, um um kurz vor sieben den Bus Richtung Castro zu erwischen! :)
Und während ich naturgemäß eher mit dem Gedanken beschäftigt war, dass ich schon in ein paar Wochen dies alles nicht mehr haben würde, lief im Juni 2010 noch etwas anderes - erinnert ihr euch? JAP, die WM in Südafrika!
Und Chile war zum ersten Mal seit was weiß ich wie vielen Jahren wieder dabei - klar, dass alle völlig aus dem Häuschen waren, klar, dass an Spieltagen der roja (Der Roten, wie die Chilenen ihre Nationalmannschaft liebevoll nennen) natürlich nicht an Unterricht zu denken war, sondern von irgendwoher Fernseher bis in einige Klassenräume geschleppt wurden, worauf sich dann die Räume der glücklichen Klassen sodenn auch bald mit Schülern aus anderen Klassen füllten, die kein TV-Gerät hatten organisieren können, und diese Schultage in einmalige Public-Viewing-Ereignisse ausarteten, an denen selbst das sonst so streng auf die Einhaltung der Kleidungsvorschriften achtende Schulpersonal einen mit Chiletrikot statt mit Hemd und Krawatte in die Schule ließ, und an deren (erfolgreichen) Ende man auch schonmal mit Flaggen, Trommeln, Vuvuzuelas und allerlei anderem Fanwerkzeug zur Plaza Mayor zog, wohin dann auch alsbald die Angehörigen der anderen Schulen zogen, und es (für chilotische Verhältnisse) riesige Fanpartys gab! Von der Stimmung her war die Fanmeile in Berlin eher ein Dreckchen dagegen! ;D

Allerdings wollen wir erstmal harmlos anfangen: An Spieltagen von Deutschland (ich bin übrigens echt froh gewesen, dass die nicht gegen Chile gespielt haben! ;D) konnte ich zwar nicht ein Public Viewing rechtfertigen, aber mein Kumpel Pepa hat gütigerweise (und weil er ein Riesenfan von Mesut Özil ist .. jetzt, da ich ihm beigebracht habe, wie man das Ö ausspricht, mehr denn je! :D) sein Netbook mitgeschleppt, und als dann auch noch unser Geschichtslehrer nicht auftauchte (ihr könnt sagen, was ihr wollt, für mich stand fest: der Mann war zuhause vorm Fernseher!), konnte ich meine Freunde doch noch ein bisschen zu Deutschlandunterstützern brainwashen! :D

Hier seht ihr mich mit Maxi <3
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Oben: Onchi, eingedeutscht ;)
Unten: Pepa, der allte Knallkopf :D
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Da ich an dem Tag meine Kamera mal wieder mit hatte, wurde natürlich ein groß angelegtes Fotoshooting draus, denn Chilenen lieben in der Regel Kameras und posieren, paradiesische Vorhältnisse für eine Deutsche, die gern fotografiert, denn im Gegensatz zu Deutschland muss man hier Leute nicht erst mühevoll dazu überreden, sich ablichten zu lassen, sondern kann sich meistens vor Ideen und Anfragen gar nicht mehr retten! ;)

Die Fotos sind leider gerade etwas durcheinander geraten, eigentlich kommen sie aus der Schule zuerst, aber naja ;)


Nacho & ich auf der Plaza Mayor (mit Maxi und Karla)



er is müde :D

das ist übrigens WILSON, unser Spanischlehrer, in den alle kleinen Mädels verknallt waren :D

Ich, Valentina & Onchi
Maxi will schön sein :D

... Pepa eher nicht so :D

mit unserem genialen Wandschmuck, dem Don Quijote samt Sancho und Eselchen, den drei Klassenkameradinnen in ihrer Freizeit angefertigt haben (leider wurde zu dieser Zeit eine komplette Renovierung der Schule beschlossen - also eigentlich gut, allerdings haben sie den Don schon drei Wochen, nachdem ich weg war, übergestrichen :/)

mein Onchilein & ich - sie kam, genau wie Coni und ich, aus Dalcahue, und hat nur ein paar Häuser weiter die Straße rauf gewohnt :)

mit Maxi & Karla <3



mit Wila :)


lasst euch nicht tauschen, der Pfeifenputzer wollte nur mein Essen ;D

... Maxis Humor <3



Soweit zum harmlosen Teil - DANN gab es ja auch noch die Tage, an denen CHile spielte! :D

2° partido de chile 007
2° partido de chile 023
Jaaaa, die meinen das BIERERNST! :D
2° partido de chile 050
2° partido de chile 054
2° partido de chile 059
2° partido de chile 064
2° partido de chile 080
Condoritos :
D Condorito ist eine chilenische Comicfigur, btw
2° partido de chile 100
2° partido de chile 126
2° partido de chile 139
Nach dem Sieg: eine Völkerwanderung zur Plaza
Unten: Die größten Chaoten der Schule (gut die Hälfte davon waren Klassenkameraden :D), vereint durch einen gemeinsamen Nenner :D
2° partido de chile 142

...
uuuund weiter im Programm, denn noch war mein Austauschjahr nicht ganz vorbei!

Aber ich denke, das hier ist mehr als genug für einen Post, den Rest werde ich einfach in einen "Juli"-Post packen, obwohl ich genau genommen am 2. Juli schon Chile verlassen habe, und die zwei letzten Tage in Santiago war.

in diesem Sinne:
CHI - CHI - CHI - LE - LE - LE! VIVA CHILE!!! :)
party santiago de chile yfu

Sehr späte Rückmeldung ... Juni '10, Teil I

Hi :D

Wie ihr am Datum sehen könnt, bin ich nicht mehr wirklich im Austauschjahr - tatsächlich liegen zwischen dem letzten Post und diesem hier fast drei Jahre. Inzwischen, unglaublich aber wahr, habe ich mein Abitur gemacht und studiere nun Spanisch und Englisch auf Lehramt.

Ich weiß nicht mehr, was damals die 17-jährige Inga dazu gebracht hat, diesen Blog hier nicht zu Ende zu bringen. Vermutlich Faulheit, aber im Zweifel für die Angeklagte. Was soll ich sagen - inzwischen bin ich zu einer kleinen Perfektionistin geworden, die Sachen auch gerne zu Ende bringt. Und deswegen - erzähle ich euch hier jetzt nicht die letzten drei Jahre meines Lebens, keine Sorge. ;) Aber was ich gern machen möchte, ist, diesem Blog hier einen ordentlichen Abschluss zu geben, für alle, die ihn wider Erwarten doch mal lesen sollten, für alle, die sich überlegen, ein Austauschjahr zu machen, für Eltern, die gerade mit der Entscheidung ringen, ihren wertvollsten Schatz für ein Jahr wegzugeben - nämlich ihre Kinder - und für alle, die nur aus Zufall auf diese Seite stoßen und tatsächlich dem Geschwätz eines 16/17-jährigen Mädchens folgen wollen, und das bitte bis zum Schluss.

Nun aber zur Sache:
Mai 09. Ich will es mal gleich vorwegnehmen: es ist nicht viel passiert. Wo waren wir stehen geblieben? Die fiesta de disfraces? Jap, das wars auch so ziemlich für den Mai. :D
Der Juni allerdings - der war super! Nicht unbedingt wettertechnisch, wir reden hier immer noch von Chiloé - aber ereignismäßig!
Denn gleich am Anfang flog ich endlich nach Calama zu meiner Freundin Anna - wenn das Wiedersehen auchj erstmal recht kurz ausfiel, denn irgendwie gab es plötzlich Probleme mit ihrer Gastmutter, sodass ich sofort zu Louise nach Antofagasta weiterfahren und die ersten paar Tage dort verbringen sollte. Was genau da los gewesen war, kann ich nicht genau sagen, allerdings hatte Anna schon mehrmals in diesem Jahr Probleme mit ihrer anscheinend etwas ... exzentrischen Gastmutter gehabt, weshalb ich nicht zu viel mehr als einer kritisch hochgezogenen Augenbraue kam, und mich dann in einen Bus Richtung Antofa setzte, wobei mir Anna versprach, dass ich bestimmt in ein paar Tagen zusammen mit Louise und noch zwei anderen deutschen Austauschschülern, Dorothée und Moritz, wieder nach Calama kommen könnte, von wo aus wir dann zu einer Wüstentour aufbrechen wollten.
Aber eines nach dem anderen! Hier erstmal ein paar Impressionen vom Flug nach Calama und der Bustour nach Antofagasta.

Hier erstmal die geplante Reiseroute: Die roten Pfeile stehen für die Flüge und die blauen für die Bustouren. Ich war insgesamt sieben Tage dort, glaub ich.
Die Route :)
Die Deko im Passagierbereich des Santiaguiner Flughafens (Wenn die bei meinem baldigen Besuch immer noch da ist, lache ich mich kaputt :D)
Die
Die Atacama von oben :)
Die Atacama von oben
Chuquicamata, ihres Zeichens die größte Kupfermine Chiles
Chuquicamata (Die bedeutendste Kupfermine Chiles)
Landung in Calama :)
Landung in Calama
Uuuund dann ging's ja unerwartet gleich nach Antofa weiter ...
rumbo norte 077
rumbo norte 088
rumbo norte 094
Nett, oder? :D

In Antofa habe ich dann mein Louischen getroffen, genau wie Moritz, Doro konnte leider erst in Calama dazustoßen, da ihre Schule ihr glaub ich nicht erlaubte, eine ganze Woche zu fehlen ( ... einfach wegbleiben und sich von den coolen Gasteltern krank melden lassen könnte hier das Stichwot sein, aber ÄHEMMM das is' ja 'ne ganz andere Sache!).

Genau hab ich das natürlich nicht mehr im Kopf, aber wir hatten auf jeden Fall ein paar schöne Tage in Antofagasta und konnten im absolut coolen, riesigen Apartment von Louises Gastfamilie nächtigen, in einer super Lage und mit einem tollen Blick auf den mitunter ziemlich wilden Pazifik, dessen Wellengeräusche uns nachts einlullten und morgen weckten. Selbstverständlich waren wir an der Costanera und sogar an einem sehr schönen Privatstrand, der zu einer Art Countryclub gehörte, in welchem Zahnsteins Louise ihre Gasteltern Mitglieder waren. Andererseits waren wir, wie in ganz Chile üblich, selbstvertandlich auch Zeit in der Mall totschlagen, und haben das nächtliche Antofagasta erkundet - für mich übrigens definitiv eine der schönsten Städte Chiles und vielelicht sogar Südamerikas!!! :)
Deswegen muss man da auch gar nicht viel schwafeln, denke ich, sondern einfach die Bilder für sich sprechen lassen!
Ein Rummel, ein Rummel, lass uns Autoscooter fahren! :D
Die drei von der Tankstelle :)
... jaaa ...
Blick vom Balkon :3
Wir hatten typisch deutsches Essen für unsere Gastgeber gemacht: Bratkartoffeln mit allerlei Schnickschnack :)
Eine ~ 6kg schwere Maske, die der Künstler im folgenden Bild gefertigt hatte
der artesano :)
Gestatten? Shakira, die lokale Berühmtheit. Gott sei Dank hat ihr Besitzer nicht mitbekommen, dass ich sie geknipst habe, sonst hätte ich erstmal was zahlen dürfen.
Wunderschöne Architektur - Einst (zu Zeiten des Salpeterbooms in der Atacama) war Antofagasta nämlich aml stinkreich :)
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Aus dem Karren kauft man gerne Eis :)
Street Art á la Chile <3

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Antofagastas Plaza Mayor

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Costanera
eines meiner absoluten Lieblingsbilder :D
Antofa the beauty
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private beach
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Die hebt auch alles auf .. :D
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Ab nach Calama! Diese


Das letzte Bild habe ich auf der Busfahrt zurück nach Calama aufgenommen. Ich habe vor meinem Austauschjahr mal ein Jugendbuch über ein Mädchen, das nach Chile reist, gelesen, und dort war auch die Rede von diesen "Geisterstädten" bzw. den Rouinen der ehemaligen Salpeter-Siedlungen.

Calama selbst ist nicht unbedingt eine schöne Stadt, sie hatte ihre Anfänge auch genau bei solchen ärmlichen Siedlungen der Minenarbeiter, wie die im oberen Bild es wohl mal war. Calama hatte lediglich das Glück, dass der Kupfer- im Gegensatz zum Salpeterabbau nicht irgendwann unrentabel wurde, ganz im Gegenteil.
Natürlich hat es trotzdem seine Vorteile, in der Wüste zu leben - die Tagestemperaturen, zum Beispiel, die auch im Südhalbkugelwinter um die angenehmen Zwanziger herum liegt. Gerade für mich, die ich fast ein Jahr am Rande zu Patagonien gelebt hatte, war es schon etwas besonderes, auf einmal im Juni mit T-Shirt rumlaufen zu können! ;)
Nachts wird es dafür biiiiitterkalt, ich weiß noch, dass wir in San Pedro abends auf eine Fete gegangen sind und uns dabei trotz dicker Winterjacken den Allerwertesten abgefroren haben!

Aber wir wollen nicht zu weit springen! Als wir in Calama ankamen, war dann endlich auch Dorothée aus Viña del Mar angereist, und wir verbrachten eine lustige Nacht bei Annas Gastfamilie (ihre Geschwister waren sehr nett!), wo Louise und ich uns eine erbitterte Schlacht mit Annas Gastbruder Maxi, der übrigens ein Jahr danach als Austauschschüler nach Deutschland gegangen ist, auf der Wii lieferten! Allerdings mussten wir schon relativ früh ins Bett, da wir am nächsten Tag schon vor vier Uhr losfahren wollten, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang bei den Tatio-Geysiren zu sein. Dazu hatte Anna schon im Vorfeld eine nette Reiseführerin engagiert, die uns in einem Minivan quer durch die Atacama bis auf ~4000 m über n.n fuhr, wo wir dann ein einmaliges Frühstück genossen (man darf vor dem Aufstieg nichts essen und genau genommen nicht mal etwas trinken, also waren wir alle nach mehreren Stunden Fahrt ziiiemlich ausgehungert), danach fuhren wir in ein Indio-Dorf der Atacameños, wo noch traditionelles Handwerk betrieben wurde, und dann nach San Pedro de Atacama, einem Ort, von dem ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht war, weil ich mir das ganze irgendwie zauberhafter vorgestellt hatte. In Wirklichkeit ist es einfach nur ein weiterer Ort mitten im Nirgendwo, an dem an jeder Ecke den Touristen (meist nicht echte, hochwertige) Artesanía angeboten wird, und massenweise Menschen (Hauptsächlich US-Amerikaner, zumindest in dieser Saison) in hilflos überteuerten, vermeintlich genuinen atacamenischen Hotels und Restaurants sitzen.

Aber egal - denn auch hier sagen wieder einmal die Bilder mehr als tausend Worte - unsere zum Teil etwas steifen Gesichter beim tatio hatten übrigens nichts damit zu tun, dass es dort nicht schön gewesen wäre - ganz im Gegenteil, wir waren mehr als geflasht! Allerdings waren wir auch mehr als durchgefroren, denn vor Sonnenaufgang hatten wir dort oben gut und gerne frische 20 Minusgrade. ;)
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KKaaaaaaaalt x)
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Doro, Louise und Anna :)
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rumbo norte 499

Frühstückchen :)
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Kokablätter - der Tee daraus hilft einem, mit der Höhe besser zurecht zu kommen. Schmeckt gut!
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rumbo norte 573

Vicuñas
rumbo norte 582
Fragt mich nicht, was das für ein Tier ist, ich hab mich so nah wie möglich rangeschlichen und musste trotzdem leider noch den Zoom exzessiv benutzen ...
rumbo norte 589



D

rumbo norte 599

rumbo norte 602
Dies hier sind "junge" Geysire, die noch keine "Kuppel" haben und als Warmwasserbecken zum Baden einladen - bei ~ 40°C oder so können Hartgesottene hier schwimmen gehen! Wir haben aber in Anbetracht von -10°C Außentemperatur drauf verzichtet - obwohl ich mich im Nachhinein etwas darüber ärgere, falls ich also nochmal dort hin kommen sollte, werde ich wohl keine andere Wahl haben, als baden zu gehen! ;)
rumbo norte 605
rumbo norte 606
Lamas und Vicuñas

rumbo norte 613
Das hier unten ist übrigens eine geniale Art für die Regierung der Region, Geld zu sparen: Da es hier so gut wie nie regnet, kann man die Straßen statt mit Teer ganz einfach mit Salzwasser befestigen, das dann so hart wird, dass man super fahren kann!

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rumbo norte 624

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Leider zickt livejournal etwas und möchte mich nicht mehr Fotos hochladen lassen, deswegen UND weil noch viiiiel mehr im Juni '10 passiert ist, gibt's einen Teil II :)

Mai '10 - von Marwa 1&2, Erdbebenhütten uvm...

Ähümm...

Ich weiß, das kommt jetzt wieder mal ein bisschen verspätet, aber hey! ich bin schließlich Adoptiv-Chilenin, ich darf zu spät sein! :D

Ich hatte auch gute Gründe, aber die gehören bereits zum Bericht für Juni '10, welcher hoffentlich pünktlich kommen wird ;)...

Wie dem auch sei; hier ist er nun endlich, der MAIEINTRAG! :)
Gleich mal zur Vorwarnung, er wird recht kurz ausfallen, da ich leider erkältet bin und deswegen keinen Bock habe, hier ewig lang im, ohne zu übertreiben, eiskalten Computerzimmer sitzen möchte.

Alles fing wie immer etwas langweilig an: alle waren erkältet, denn wenn es eine Sache gibt, die Chilenen leider fast nie machen, dann ist es, bei einer Erkältung zu Hause zu bleiben, um die anderen Klassenkameraden nicht anzustecken. Diese Denkweise existiert hier praktisch nicht. -.-
Zu allem Unwohl rückte der berühmte Tag des Schülers mit Siebenmeilenstiefeln näher, also hieß es ganz schnell gesund werden! Die Mehrheit meiner Klassenkamraden vertraut dabei auf chemische Wundermittelchen, ich habe mich einfach auf altbewährte Kräutertees verlassen und auch gute Resultate erzielt, denn pünktlich zum 7. Mai waren wir alle gottseidank wieder fit und konnten bei dem  Ereignis eines jeden chilenischen Schuljahres mit-wettstreiten:

Der Tag des Schülers, día del alumno, ist ein Tag, an dem traditionell die Schülerschaft in Mannschaften (Alianzas) eingeteilt wird, die dann in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander antreten, wobei man bei den Wettbewerben die, die man tagsüber abhält, von denen der Nacht unterscheiden muss, der Nicht-Jugendfreiheit zur Liebe.
Diejenigen, die man dem Tageslicht aussetzen konnte, waren z.B. der Wettbewerb um das schönste Alianza-Banner (wir haben mit unserem gewonnen :D)

verliebtes Wettrennen (ein Pärchen muss sich küssend einen Hindernisparcours überwältigen)

Wettfuttern

Tanzen

gab auch noch mehr Gruppen, aber die waren irgendwie langweilig, also hab' ich nur mal den Tanz meiner und den der Rock'n'Roller fotografiert :)

Und natürlich gab's auch noch viel mehr Wettbewerbe, wie z.B. der Stapelwettbewerb (wie viele Leute passen auf einen Haufen?)
oder der 90-60-90-Wettbewerb (meine Freundin Karla hat ihn für unsere Mannschaft gewonnen!! :D)

... und da es immer noch saukalt ist und ich immer noch erkältet, habe ich auch weiterhin keinen Bock, viel zu schreiben (sorry)
und lass euch mal alleine mit einigen Impressionen:


WIRD DANN MAL IRGENDWANN FERTIG GEMQACHT; ES IST ZU KALT IM MOMENT; MUSS ZUSEHEN; DASS ICH NEN ANDEREN ORT HIER IM AHUS FINDE; DER WARM IST!

April '10 - Baby, Baby, Baby ... AHUUUU!

Halli Hallo! =)


Hab' mir gedacht, wo ich jetzt fuer Maerz ja gar nichts geschrieben habe, sollte ich den April-Eintrag doch mal huebsch beginnen.
Ich schreibeuebrigens so komisch, weil ich mit dem PC meiner Gastfamilie online unterwegs bin, da ich gerne "The last Samurai" gucken und gleichzeitig tippen moechte.

Mal sehen. Erst mal schulde ich euch allen wohl eine Entschuldigung; ja, ich war faul, ja, ich habe keinen Maerz-Eintrag geschrieben, weil ich keinen Bock hatte. Es war aber auch einfach nichts los! Die Schule fing eine Woche spaeter als urspruenglich angekuendigt an, wegen dem Erdbebeben, aber am Ende war es einfach nichts besonderes, ein stinknormaler Schulanfang, wie in Deutschland auch, nur dass wir dort nicht Sonntagabends fluchend durchs Haus rennen, auf der Suche nach den Uniform-Socken oder den blauen, duennen Strumpfhosen. Alles fing langsam und langweilig an, die ersten beiden Wochen waren supereinfach, staendig schickten sie uns frueher nach Hause und so gingen wir, aufgrund von zuviel Freizeit, z.B. mit Freunden/Klassenkameraden zum Billardspielen oder Eisessen. Danach aber ging der Ernst des Lebens mal wieder los, meine Freunde hatten sich vor den Ferien alle zum Pre-Universitario ( "Vor der Uni") eingeschrieben, das ist in ganz Chile normal fuer die Leute aus der Abschlussklasse;
zwei- bis viermal in der Woche gehen sie abends zu den Kursen in Sprache (also Spanisch), Mathe, Geschichte, Chemie oder Biologie, das sind die Faecher, in denen sie spaeter sozusagen ihr Abitur ablegen koennen (Mathe und Sprache sind Pflicht, und sie muessen noch mindestens eine der anderen Pruefungen ablegen). Da wird praktisch die gesamte relevante Materie aus den vier letzten Schuljahren wiederholt, damit die lieben Kleinen dann am Ende des Jahres in der grossen Pruefung hoffentich eine recht hohe Punktzahl erzielen, und somit im besten Falle an einer der prestigetraechtigen staatlichen Universitaeten angenommen werden (inzwischen gibt es auch gute Privat-Unis, aber, wie gesagt: die staatlichen haben das Prestige auf ihrer Seite).

Ich hatte bereits erwaehnt, dass alle meine Freunde sich in diese Kurse eingeschrieben haben. Blieb also die Gringa alleine mit ihrer Freizeit uebrig, und was macht man nicht so alles, wenn man zu viel davon hat: man laesst z.B. das Bauchtanzen fallen wie eine heisse Kartoffel, weil es zwar Spass macht, aber mir nicht den gewuenschten Abnehm-Effekt einbrachte, und meldet sich in einem Fitnesstudio an. Da geh' ich jetzt dreimal in der Woche hin, um schoen zu leiden, und, zu meiner Ueberraschung, funktioniert es sogar! :)
Sollte sich irgendwer an diese dunkeln Sportstunden bei Frau Will erinnern, mit der dicken Inge ganz hinten am Ende der Joggende-Schueler-am-Rande-des-Abkrepelns-Traube auf'm Pauli, so wird es ihn ueberraschen, dass das jetzt der Vergnagenhiet angehört, und dass ich heute tausendmal lieber 'n Stuendchen auf der Elypse jogge (und das fast schon ganz ohne Schweissausbrueche! ;D), als mir einen auf dem bloeden Trimmrad abzustrampeln
... wenn Fahrrad, dann richtig, so mit meinen geliebten, aetzenden nordhessischen Huegel-Bergen, die es zu bewaeltigen gilt, um an den Diemelsee zu gelangen, mit Doedi oder Elfi oder meiner Oeko-Barbie, langsam auf ihrem Drahtesel sterbend in der prallen Sommersonne, weil: wenn wir fahren, sind wir natuerlich auch nach einem ganzen Leben in der Gegend und somit eigentlich ausreichenden Kenntnissen ueber Wetter, Luftfeuchtigkeit und entsprechende Folgen wie z.B. frittierte Gehirne und Hautpartien, einfach nur mal wieder bloed und fahren mittags los. ;) <3 

Ja. Aehem. Das war jetzt wieder gut, ne?!

 ... ach ja, ich hab' mir Ende April noch ein n
eues Handy gekauft, weil mein altes hässliches abgekratzt ist! Ein Samsung Corby :)
<--  man betrachte und staune :)



Wenden wir uns jetzt mal dem April zu, ueber den schreibe ich hier ja eigentlich auch
fing natuerlich auch langweilig an. Schulalltag halt - man badete uns in Arbeit, wir koennten ja sonst glatt mal Freizeit haben, das geht natuerlich nicht! >,> Schlauerweise - oder einfach auch einfach nur fieserweise - haben die Lehrer hier die Angewohnheit, die Tests wochenlang vor sich her zu schieben, damit sich auch noch schoen viel Materie anhaeuft, um sie dann letztendlich allesamt in ein oder zwei Wochen, und moeglichst noch mehr als ein Test pro Tag, durchzufuehren. Da sei mir doch ausnahmsweise wirklich mal ein Teil des deutschen BIldungssystems gelobt, und zwar der, der besagt, dass die Lehrer einem nicht mehr als einen Test pro Tag reinhauen koennen.
Nach kurzer Zeit war ich mal wieder voellig ausgebrannt, und somit chronisch muede. Da kam mir ein langes Wochenende gerade gelegen, in dem ich mich eigentlich einfach nur ausschlafen wollte! Das klappte ganz gut am Freitag, am Samstag mussten wir schon wieder frueher aus den Federn: angeblich letztes Asado des Jahres, ein Schaefchen geht noch!
;) Der Tag war mal wieder herrlich langweilig fuer mich, da ich nie besonders gross im Fleischfuttern war, und so ging ich hauptsaechlich raus, setzte mich auf einen Huegel - und ratzte glatt weg! Zwei Stunden spaeter wollte man gehen, aber die Gringa lag noch immer in der Sonne auf'm Huegel und schlief den Schlaf der Gerechten. Gut, dass sie mich gefunden haben, wer weiss, was sonst passiert waere? Da haett' mich glatt der Trauco geholt! Das ist eine chilotische Sagengestalt. ein sehr haesslicher, kleiner, alter Mann, der junge Maedels in den Wald verschleppt ... sie kommen wieder nach Hause - allerdings schwanger! xD 

(in San Juan:)
campo de san juan (isla grande de chiloé, CHILE)



Am Sonntag hatte ich dann vor, nochmal mindestens bis 12 Uhr durchzutraeumen, doch da kam mir Miriam aus der Schweiz dazwischen: glatt hatte ich doch vergessen, dass YFU in dieser Zeit seine Sueden-Rundreise fuer einige ATS organisierte, und genau an diesem Sonntag kamen sie nach Dalcahue und Castro. Miriam hatte mich also angerufen, damit ich kaeme, um mich mit ihnen zu treffen - obvio que fuí! :) War lustig, mal wieder die ganzen Nasen zu sehen, Don Flaite Claudia, den Annakiesel, Frau von Zahnstein, Miriam, Andrea ... (fast) alle halt :) Das Lustigste waren dabei bei weitem die Gesichter, die einige aufsetzten, als ich sie begruesste, da sie mich offensichtlich nicht wiedererkannten - ganz zu schweigen von Claudios unglaeubigen "Nee! Neeee! Was'n das?!" ;)

Gut, wie Gringos nun einmal sind, hatten sie sich den schlechtesten Tag seit Langem ausgesucht, um in mein Inselchen einzufallen, sogar die Dalcahuiner Kirche war geschlossen, so dermassen behaemmert war das Wetter! Egal, ein echter Nord-/ Mitteleuropaeer laesst sich von kaltem Nieselregen nicht kleinkriegen, also bitte, und so stapften wir, froehlich ein lustiges Deutsch-Spanisch-Mischmasch brabbelnd, von der Plaza zur Artesanía und wieder zurueck. Danach wurde ich noch eingeladen, auf den Kurzabstecher nach Castro mitzukommen, sodass ich Louise und Anna im Bus auf der Hinfahrt erst mal einer ausgiebigen Touristenfuehrer-Erklaerung aussetzte, frei erfunden, versteht sich, da ich ja eh immer am wenigsten von allem Ahnung habe...
... nach einer ausgiebigen Shoppingtour in der castrenischen Artesanía (man erstand unter anderem mal wieder Wollmuetzten, -schals und huebsche Postkarten - @ Julia Schnatz: hab' heute zufaellig deine Adresse wiedergefunden, das Ding kommt doch noch! ;D) und einem Besuch in der Kathedrale der Stadt wollten die suessen Kleinen dann auch wieder in ihr suesses kleines Hotel nach Ancud zurueck denn es war schweinekalt. Ich verabschiedete mich also gerade ncoh von einigen, als mir die YFU-Betreuungstante auf einmal sagte, wenn ich wollte, koenne ich ja auch nach Santiago kommen, dort wuerden das alljaehrliche International Dinner und am Tag danach das Kostuemfest der Organisation statt finden. Nach Stgo fuer vier Tage?! IMMER! 

Noch am gleichen Tag sprach ich mit jemandem von YFU Chile, ob es moeglich fuer mich waere, zu kommen, und er meinte gleich, dass das alles kein Problem waere. Gesagt, getan also, am Montag kaufte ich die Tickets fuer die Hin- und Rueckreise (dieses mal war ich mir dann doch Salon Cama wert - fuer genauere Erklaerungen siehe Eintrag Januar '10 ;D), und Dienstagnachmittag sass ich dann auch schon im Bus Richtung Hauptstadt. <3

Mittwochs kam ich ofiziell so um 10 Uhr an ... in Wirklichkeit waren es dann 11.30 Uhr, aber egal, Hauptsache endlich da! Eine Mitarbeiterin von YFU erwartete mich schon, sie trug sogar extra eine YFU-Kappe in leuchte-rot - alles starrten sie an, nur ausgerechnet die Person (also ich), der dies ein Signal sein sollte, ignorierte das dumme Teil glatt und stratzte erstmal strammen Marsches an der armen Frau vorbei. ;D Nachdem sie die ATS auf Abwegen dann eingefangen hatte, brachte sie mich erstmal zum Buero YFU's in Providencia, wo ich mich mit anderen ATS wiederfand, die extra fuer diese paar Tage nach Stgo gekommen waren (der rundreisende Rest weilte da noch eingeengt im Pullmanbus - ja genau, Pullman, das Ding, mit dem Coni und ich unserer Zeit losgefahren waren ...). Dort erklaerte mir Karima, eine sehr sympathische ATS aus den Niederlanden, dass ich mit ihr zusammen bei Pablo, einem YFU-Freiwilligen, und seiner Familie im Stadtteil Pirque wohnen wuerde, worauf ich erst mal eingrosses Dankeschoen an den Schicksalstroll in Abrahams Wurstekessel sandte, denn ich hatte schon befuerchtet, mit einer Person zusammen untergebracht zu werden, die ich nicht ausstehen kann - da lief ich bei Karima und auch bei meiner Gastfamilie auf Zeit Gott sei Dank ja keine Gefahr! :D
Nachdem wir alle angekommen waren und gefruehstueckt hatten (also ich nicht - mir wird nach wie vor vom Busfahren schlecht -.-'), fuhren wir mit Pablo im groessten kleinen Auto, dass ich je gesehen habe, fast sage und schreibe eine Stunde durch die halbe Stadt, bis wir endlich zu seinem Haus kamen. 
Pirque, meine Damen und Herren, so stellten Karima und ich gleich erst mal fest, hat echt fette Haeuser! Allein der vordere Patio, wo die Autos geparkt wurden, war so gross wie die Grundflaeche und der Patio meines Hauses in Chiloé - und das ist auch nicht gerade klein! O.o Es gab unzaehlige Zimmer, im Erdgeschoss konnte man sich nachts auf der Suche nach dem Klo ganz herrlich verlaufen, und im Garten (ebenfalls - wer haette es gedacht? - riesig!) gab es auch noch eine supergrossen Pool - nicht einer dieser popeligen Pools, die sie in Deutschland haben, die, die nur zum Plantschen taugen - nein! Das war ein Pool wie ich ihn mag, tief und lang, ideal zum Schwimmen! :D 
Egal, es war eh zu kalt zum schwimmen, wir haben hier immerhin Herbst auf der suedlichen Erdhalbkugel... An diesem Tage fuhren wir mit der tía Pati, Pablos Mama, in ein Shoppingcenter, und sahen uns einen Film in 3D an, "Clash of the Titans" hiess er, war eher langweilig ... eigentlich wollten wir ja diesen animierten Kinderfilm sehen, "How to train a dragon" heisst er, glaub' ich, der waere bestimmt in 3D supercool gewesen, aber den gaben sie nur zweimal am Tag, um 12 und 18 Uhr - wir kamen um 19 Uhr >,>


das hier hat alles Pablo gemalt - die Füße sind in der Decke :)




Am naechsten Tag bereiteten wir unsere typischen Landesgerichte fuer's International Dinner zu - ich wollte eigentlich Laugenbrezeln machen, nur haette ich dazu laut Internetrezept eine 4%ige Natron-Hidro-Was-auch-immer-Saeure gebraucht - laut Internettantchen in jeder Apotheke erhaeltlich... ach jaaa? In chilenischen Apotheken jedenfalls eher nicht, die haben mich angeschaut, als ob ich ne Atombombe bauen wolle. xD Also habe ich rekapituliert und einen schnoeden Kartfoffelsalat gemacht, der war dann zwar auch ganz lecker - aber leider hatten zwei weitere Deutsche die gleiche Idee gehabt.
-.-' Die Laugenbrezeln waeren halt einfach unschlagbar gewesen -eine Schande, dass man dafuer gefaehrliche Substanzen benoetigt. :/
Egal, ansonsten, also nach dem Essenmachen, fuhren Karima und ich noch ins Shoppingcenter, bevor wir uns zum YFU-Buero aufmachten - Schon mal gewusst, dass man sich furchtbar bloed fuehlt, wenn man mit einer Schuessel Kartoffelsalat durch die U-Bahn tingelt?! ;)
Der Abend war dann ganz lustig, wenn auch etwas langweilig, da fuer die geplante Talentshow kaum wirklich grossartige Talente auftraten ... wir fuhren frueh nach Hause und machten 'ne private Karaokefete - da war aber leider auch schon der Akku der Kamera leer. :D



Am anderen Tag sollte die grosse Kostuemfete stattfinden. Erst wollte ich ja als Durchgeknallte Horrorbraut gehen, mit blutbeflecktem Brautkleid, Plastik-Schlachtermesser etc., doch dann schien mir das doch ein bissl zu sehr in Richtung Halloween zu gehen, sodass ich zuletzt doch ganz einfach und langweilig als Hippie loszog - egal, Hauptsache ich hab' mich amuesiert! Dadurch, dass wir alle unsere Kostueme soweit zusammen hatten, tingelten Karima und ich in der Metro durch die Stadt: erst wollten wir ja in die Moneda rein, um sie wenigstens einmal von innen gesehen zu haben, doch wie bei meinem ersten Besuch war sie auch dieses Mal fuer die Oeffentlichkeit geschlossen, wegen Reparaturarbeiten (Erdbeben, sag' ich nur). Also stratzten wir die drei Blocks bis zum Starbucks und zogen uns jede 'nen schoenen Frappuccino rein. Auch nicht uebel! ;) 



Dananch tingelten wir durch verschiedene Artesanías und Maerkte, wo sich viele huebsche Dingsies fuer nicht viel Kohle erstehen lassen koennen, und danach fuhren wir wieder nach Hause, um uns fuer die Party vorzubereiten. Waehrend wir uns fertig machten, kam auch noch Alli an, eine ATS aus Finnland, die im 1 Stunde von Stgo gelegenen Los Andes lebt, und spontan fuer die Party anrueckte (Pablo hatte sie eingeladen) ... als wir alle aufgetakelt waren, fuhren wir los, und im Auto entstand dann etwas, das man verbieten sollte: im Radio spielten sie Justin Bieber mit "Baby" - spontane Erstreaktion: "Mach die Scheisse weg!" Zweite Spontanreaktion: "Wart' mal - lass' ma' singen! :D" So duesten wir durch Santiago, jaulend wie Hunde, die vor's Auto geraten sind: "BABY, BABY, BABY - AHUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU!" 
Es war ein fataler Fehler, denn solche Sachen kleben sich in meinem Gehirn fest wie ein gruendlich durchgekauter Kaugummi, und nicht nur in meinem! Fuer den Rest unseres Zusammenseins, und darueberhinaus bei jedem Zusammentreffen, das in Zukunft okurrieren koennte, werden Karima und ich jaulen! Schoene Aussichten! xD 

Den Rest der Party muss ich glaub' ich nicht beschreiben - besser hohl' ich mal wieder die bunten Bilderchen raus! ;)



am nächsten Tag, Nachmittags in Santiago Centro






Jap, das war doch schoen! :D Nachdem wir so gegen sechs zu Hause angekommen waren, schliefen wir auch erst mal bis ein/zwei Uhr nachmittags durch, danach tingelten wir noch ein bisschen durch ein Shoppingcenter, und dann war es fuer mich leider auch schon wieder Zeit, ans Terminal zu fahren, wo mein Bus stand. Ich verabschiedete mich mit je einer fetten Umarmung von Pablo und Karima, deren Bus etwas spaeter in der Nacht losging, und begab mich also zurueck in gewohnte Gefilde, auf zu neuen Schandtaten - aber darueber mehr naechsten Monat! :)


Viele liebe Gruesse an alle! Viel Spass allen, die in den Mai tanzen, und auch an alle, die an Vattertach ganz stilecht mit'm Bollerwagen oder "ausgeliehenen" Supermarkt-Einkaufswagen bis obenhin voll mit stimmungsmachenden Fluessigkeiten durch die Lande ziehen werden, 'nen schoenen Ersten Mai fuer alle, die 'ne traditionelle Wanderung machen (also wohl auch Papa) oder auch einfach nur ausschlafen (auch Papa, nehm' ich mal an ;D), schon mal einen schoenen Muttertag an Mama (hab dich ganz doll lieb, Muddi, weisste ja! ;***) und ausserdem nochmal 'nen schoenen Geburtstag nachtraeglich für Mama und Sascha! :)

Ciao vom anderen Ende der Welt!
Inga
:)

  • Current Location: Die Kueche, Dalcahue
  • Current Mood: accomplished baby baby en el computadorrr
  • Current Music: Colgando en tus manoooos <3

Februar '10 - Jahrhundertbeben

Hallo
... verzeiht bitte, wenn dieses Journal vielleicht nicht mit ganz so vielen flapsigen Sprüchen gespickt sein wird wie sonst immer, ich weiß, ihr mögt sie, ich ja auch, aber im Moment bin ich echt nciht. Wie ihr ja sicherlich inzwischen alle wisst, hat vor zwei Tagen ein Erdbeben Chile erschüttert - das, soweit ich weiß, fünftstärkste Erdbeben, dass je auf der Erde gemessen wurde (8, 5 Grad auf der Richterskala). Das Epizentrum lag nahe der Großstadt Concepción, südlich von Santiago, also in etwa 1700 km von meinem Wohnort entfernt. Deswegen ging es bei uns auch relativ glimpflich aus, wir spürten hier nur ein Beben von 4,5, nichts ging zu Bruch, wobei man natürlich auch sagen muss, dass wir auf der Insel mehr Glück hatten als in Puerto Montt gleich fast gegenüber auf'm Festland, von wo uns gesagt wurde, dass das Einkaufszentrum Risse in der Decke habe und deswegen sicherheitshalber erstmal gesperrt sei, genau wie andere Gebäude.
Allen meinen Bekannten geht es Gott sei Dank gut, niemand wurde verletzt, einige meiner Austausch-Freunde (vor allem aus den am stärksten betroffenen Regionen in der Mitte des Landes, wo mehr als die Hälfte der gesamten chilenischen Bevölkerung lebt) haben aber natürlich 'nen ordentlichen Schock erlitten ...
Ich selbst habe nicht viel gemerkt, schlief fest und wachte esrt kurz auf, als meine Gastschwester mich wachrüttelte und meinte, weiter im Norden hätte es ein Erdbeben gegeben und dass wir jetzt seine Ausläufer zu spüren bekämen. Wir lagen dann beide im Bett und warteten einfach, bis es vorbei war, ich bin dabei wohl auch schon wieder eingeschlafen ... war ganz gut, dass wir nicht standen, als das Wackeln anfing, denn meine Gasttante meinte später, sie sei just in diesem Moment draußen rauchen  gewesen und hätte die Erschütterungen um einiges stärker wahrgenommen, sie konnte nicht einmal gehen und wäre fast noch hingefallen, meinte sie.

Ich will hier nicht zu viel darüber palavern, die Panik-Mache und Übertreibungen übernimmt ja bereits die internationale Presse.
Das, was ich sagen kann, ist, dass die YFU-Reise z.B. vielleicht nicht stattfindet wegen der zerstörten Straßen (das werden sie natürlich so schnell wie möglich reparieren, aber trotzdem ..). Na ja, was geht's mich an, ich wär ja eh nicht mitgefahren, da sie ausgerechnet in meine Region fahren wollten, und dafür gebe ich dann doch keine 400€ aus, da ich außer der Stadt Valdivia alle Programmpunkte bereits zur Genüge kenne ...
Der Schulbeginn wurde eine Woche nach hinten geschoben - ich habe absolut keine Ahnung, wie ich eine Woche mehr überleben soll, ich langweile mich! D: Coni sagt immer, dass ich echt Pech gehabt habe, weil sie, bevor ich in ihre Familie kam, dauernd weggefahren seien, und ausgerechnet jetzt, wo sie jemanden im Haus haben, der gerne mehr vom Land sehen würde (und ihnen gefällt es ja auch, wegzufahren), nicht mehr wegfahren können, weil sich auf dem Schreibtisch meines Gastvaters die Arbeit türmt.
Außerdem bin ich im Moment ziemlich erkältet, hab' also mal wieder den (Pech-)Vogel abgeschossen, fürchte ich.

Insgesamt ist damit auch mein gesamter Februar mit zu-Hause-hocken rumgegangen, die Erkältung ist jetzt noch letzte Woche als Sahnehäubchen hinzu gekommen, sodass ich jetzt, wo's endlich sommerlich ist, nicht mal mehr mit meinen Freunden an den Badesee Pastahue fahren kann, da ich mir sonst wohl den Tod holen würde.

Mit diesen selbstmitleidstriefenden Worten verabschiede ich mich dann auch schon wieder für diesen Monat - kürzester Monat, kürzester Eintrag! (Die Wahrheit ist, dass ich gerne mehr schreiben würde, aber mein armes, fiebergequältes Gehirn kein ordentliches Hochdeutsch zusammen bekommt) : (

Ich lad jetz' noch ein paar Fotos hoch, das wär's.
Ganz viele liebe Grüße an alle, mit besonderer Ehren-Erwähnung für Jan und Oma, weil sie im Februar Geburtstag hatten.

Ciao und natürlich
GRÜTZE.

Inga
<3



aufgrund meiner kränken Lage gibt's heute die Fotos auch nur als buntes Potpourri:
einige vom Geburtstag meiner Freundin Fran, dann von einem Spaziergang mit ebendieser Fran, einem Konzert eines bekannten chilenischen Sängers in Achao (mit anschließenden Feuerwerken) und schließlich meinem ertsen Besuch in Pastahue mit Coni, Maxi, Nacho und Karla ...

party =)sand dunes near dalcahue, island of chiloé, chileglowy shiny sparkle-stuff =)pepa using the glowy shiny sparkle-stuff (it&apos;s actually mine)with friends at a concertthis is NOT a sony comercialjoe vasconcellos
coni, nacho, karla & maxi =)
und hier noch eine Präsentation von meiner Uniform (hab' nen neuen Pulli, diesmal einer, der tatsächlich auch für Mädels ist und mir gut passt:

  • Current Location: Dalcahue
  • Current Mood: sick kränk
  • Current Music: Roxanne's Tango (Moulin Rouge O.S.T)

Januar '10 - "Wolle mer se reinlasse?!"

Hällo, ei äm se Dschinga - wie immer!

Was ist das hier? Mein Bericht vom Monat Januar des Jahres 2010! ... Sozusagen das erste Quartal der Ära des Tatanás Piraña - ja, genau, Piñera hat die Wahlen gewonnen und ist jetzt neuer Präsident der Republik Chile. Dazu später mehr.

So. Ich bin also mit dem Bus nach Santiago gefahren. Natürlich nicht alleine, sondern mit meiner Gastschwester Coni, was die ganze Reise um einiges aushaltbarer machte, denn auch wenn die Nacht in so einem normalen Bus Klasse Pullman nicht unbedingt schön war, so hatte ich ja wenigstens jemanden zum Reden (wir waren ja leider zu geizig gewesen für salon cama oder semi-cama ... unsere geschundenen Knochen durften's mit 17 Stunden sitzen ohne Beinfreiheit ausbaden). Als wir dann endlich in Santiago ankamen, hatte ich glaube ich auch schon so ziemlich alle möglichen Sitzstellungen durch, in der (vergeblichen) Hoffnung, die Durchblutung meiner Beine ein wenig anregen zu können - dementsprechend fiel ich dann auch erst mal gleich fast längs hin, als ich versuchte, aufzustehen. Gottseidank war da aber auch schon fast niemand mehr im Bus, sodass nur Coni, der Stewart und eine alte, schrullige Dame aus Temuco meinen (Niveau-)Sturz mitbekamen. Aufgestanden, Rucksack gesucht und ausgestiegen: Zum ersten mal seit fast einem halben Jahr streckte ich mein Näslein in knuddelige 33°C (so etwas hatte ich zuletzt in Frankfurt erlebt, als meine Eltern mich zum Flughafen brachten!) und freute mich sichtlich darüber, als ich mir erst mal die Hosenbeine hochkrempelte, um meine bleichen Beinchen der Sonne auszusetzen. Coni meinte gleich mal, dass das Klima in Santiago einfach furchtbar wäre und sie Chiloé vermisse ... Na denn! ; )

Wir wurden von Conis Onkel und Tante abgeholt und gleich am ersten Tag ging es mit der tía zum Cerro San Cristóbal, einer der Hausberge Santiagos, von dem aus man eine tolle Aussicht auf die Stadt hat, und auf dem ich auch schon bei meinem ersten Aufenthalt in Santiago gewesen war. Hoch kamen wir mit einem Sammeltaxi, nicht etwa, weil wir so unglaublich faul sind ( ... oder doch?!), sondern weil der gesamte "Wanderweg" bis hoch zur ersten Aussichtsplattform eine einzige Autopiste ist, auf der sich die Taxis, Autos und Busse gerne mal ein nettes Rennen liefern und die Fußgänger und Fahrradfahrer, die mutig oder auch dumm genug waren, um sich für dieses Transportmittel zu entscheiden, eigentlich nur noch beten können. Bis ganz oben rauf zur Jungfrauenstatue sind wir übrigens gar nicht erst gegangen, da wir die Tante im Schlepptau hatten und es für einige Mittfünfziger eben nicht mehr eben ganz so gut ist, bei Hitze ewig lange Treppen hochzukraxeln. Eine gute Aussicht hatten wir ja auch trotzdem. Zum Vom-Berg-hinunter-kommen waren wir mal wieder ganz schrecklich spontan und fragten einfach ganz nett einen Herren, der mit Kind, Kegel und vor allem einem Auto mit offener Ladefläche unterwegs war, ob er uns nicht bis zum Fuße des Berges mitnehmen könnte. Er konnte, und so durften wir uns, während unter uns das Panorama Santiagos an einem klaren Sommertag lag, den Fahrtwind um die Ohren zischen lassen, was eine ganz willkommene Erfrischung war nach dem stundenlangen in-der-Sonne-herum-stratzen.
Anschließend zeigte uns die tía noch, wie wir mit Metro und Bus nach Hause und zur Uni kamen, und danach sind wir beide, so glaube ich, auch so fertig gewesen, dass wir uns um 6 Uhr Nachmittags schlafen legten und bis zum nächsten Morgen nicht mehr aufwachten.

auf&apos;m Rückweg mit Coni :)


Schön, ne?! Machts euch neidisch? Ich hab's schon gehört, reizende -10 Grad tagsüber, nicht wahr? ;D

Am Tag danach fing auch schon der Uni-Alltag an. Das heißt, wir standen morgens um 7.30 auf (also ich, Coni legt ja keinen Wert auf ein ausgewogenes Frühstück ;P), und mussten uns gleich mal duschen, weil man in Santiago auch noch nachts schwitzt wie sonst was. Danach habe ich immer lecker gefrühstückt, denn im Gegensatz zu Chiloé ist dort das Obst echt superlecker und von guter Qualität, während in die entfernteren Provinzen leider nur die dritte oder vierte Wahl geliefert wird, sodass ich seit fast einem halben Jahr eher sporadisch Obst esse, obwohl ich es doch eigentlich so liebe! :( Egal, in Stgo wars jedenfalls gut, sodass ich immer frisch gestärkt und mit den obligatorischen Kaffees im Bauch loszog.
Erste Herausforderung am ersten Tag: Busfahren. Es ist relativ leicht, in einen Bus einzusteigen, sofern man gesunde Knie hat, aber in einer Millionenstadt wie Santiago, wo die Strecken lang sind und an alle Ecken gleich aussehen, muss man sich manchmal echt an den Kopf packen, wenn man einfach nicht weiß, wo man jetzt genau aussteigen muss. Half auch nicht viel, dass uns die tía am Tag zuvor gesagt hatte, wir sollten uns einfach an einem Hochhaus aus roten Backsteinen orientieren, denn an diesem Morgen stellten wir leider zu unserem Schrecken fest, dass es davon auf der gesamten Strecke insgesamt dreiundzwanzig gibt! U,U
Dementsprechend wären wir insgesamt fast zweimal an der falschen Haltestelle ausgestiegen (ich war einmal auch schon außerhalb des Busses, als Coni mitten im Aussteigen stockte und voller Panik schrie, ich sole schnell wieder einsteigen - ich schaffte es gerade noch, und ein älterer Herr drehte sich zu uns um und meinte "Ihr beiden seht ein bisschen verloren aus, wo wollt ihr denn hin?"
Na ja, nachdem wir uns so gleich mal wieder als Mädels aus der Provinz geoutet hatten, zeigte uns der nette Herr zum Glück, wo wir auszusteigen hatten, sodass wir noch rechtzeitig die Metro erreichten. Mit der U-Bahn zu fahren, ist überraschenderweise viel einfacher und übersichtlicher, als ich immer gedacht habe. Ohne Probleme quetschten wir uns zur Rush-Hour in den rappelvollen Zug und kamen rechtzeitig um fünf vor neun an der Uni an, sodass sich die Riesenkreuzung mit einem für mich ja eher ungewöhnlichen Meistersprint in nur ein 1/2 Grünphasen überqueren ließ. ; )
ich will hier nicht über jeden Unitag einzeln schreiben, so interessant war es dann ja doch nicht - also ich saß eh immer mit meinem neuen Buch in der Hand herum (La Isla bajo el mar von Isabel Allende, welche übrigens nicht die Tochter Salvador Allendes ist, wie viele immer glauben). In den Pausen und nach den Lektionen sammelten wir uns schnell ein Grüppchen netter Leute zusammen, mit denen wir uns aber leider erst in der letzten Woche zu treffen anfingen, um Sachen zu machen. Es war einfach superlustig, zusammen mit den neuen und auch alten Freunden ins Fantasilandia oder in Museen zu gehen. Dazu könnte ich natürlich viel schreiben, aber da ich hier nicht wirklich fleißiger geworden bin, lass' ich mal wieder lieber die Bilder auftanzen:



In der Uni



La Moneda mit Besuch der Ausstellung des Museums darunter, wo im Moment einige der legendären chinesischen Terrakottakrieger ausgestellt sind und sich alles ü+berhaupt um das alte China dreht:





Ein Tag auf dem Spielplatz (da, wo wir hin gehören) :D




Poolnachmittag
mit meiner Freundin Ponxi und ein paar anderen Bekannten aus Chiloé über den Dächern Santiagos :)





Am Tag darauf, dem vorletzten Kurstag, vereinbarten wir mit unseren neuen Freunden, ins Fantasialandia zu gehen, was genau genommen als eine kleinere, weniger protzige und daher auch wesentlich billigere, aber trotzdem supercoole Version des deutschen Phantasialandes in Brühl bei Köln zu bezeichnen ist.
Ich vergaß natürlich, da ich wohl eine leichte Veranlagung zum Idiotismus habe, mal wieder meine Kamera, aber dieses Mal hatte ich Glück und meine Freundin Ponxi hatte an ihre gedacht, sodass ich jetzt trotzdem im Besitz einiger schöner Fotos bin. :) Übrigens hat sich am Ende herausgestellt dass der Großteil der Gruppe ein Haufen mimosiger Weicheier ist und keinen Bock auf Fantasialandia hatte, weil fast alle es schon einmal besucht und sich nach spätestens drei Fahrgeschäften erbrochen hatten. So blieben am Ende von 15 Personen nur 4 ihrem ursprünglichen Tagesplan treu: Ponxi und ich, Anhänger der kleinen, aber feinen Achterbahn-Sekte, Camila, ahnungslos, weil sie noch nie dort gewesen war, und Karla (wenn auch Böses ahnend), weil sie es mir ganz dicke-dolle-fest versprochen hatte. Let's get ready to rumbleee! ;D

Ave, Fantasialandia, Morituri Te Salutant! ;D


el "Raptor" :D <3

... vor der Krankenstation, nachdem der "Raptor" Karla den Rest gegeben hatte :/





Am nächsten Tag, dem letzten Kurstag, bin ich nach der Uni alleine einige Stationen weiter Richtung Zentrum gefahren, um mich mit meinem Kieselchen Anna zu treffen, eine weitere deutsche YFU-Austauschschülerin, die ihr Jahr im Norden des Landes in der Wüstenstadt Calama verbringt, ihres Zeichens die trockenste Stadt der Welt. Respekt! Ich hatte meine Steinschwester auf der Vorbereitungswoche in Lauenburg an der Elbe kennen gelernt, und getz haben wir, wie man ja lesen kann, schon unsere eigenen, sehr speziellen Spitznamen für einander ;D Eigentlich hatten wir ja vor, dem YFU-Büro einen kleinen Besuch abzustatten, um mal hallo zu sagen, da wir aber dort alles nur verramelt und verriegelt vorfanden, änderten wir den Tagesplan spontan zu einem Kinobesuch ("Avatar" in 3D - deswegen auch die stylischen Freak-Brillen ... ) im Einkaufscenter Alto Las Condes, nahe meines vorrübergehenden Wohnortes. Ham den Tag jut verbracht, woll, Annasteinchen?! :D







So. Jetzt kämen wir auch mal wieder zur leidigen Politik. ; ) Jaa, sorry, mich interessiert es halt.
Hatte ja vielleicht schon eingangs mal ganz kurz erwähnt, dass mein kleiner, persönlicher Liebling Tati Piraña nun Präsident der Republik Chile ist. Wie es der Zufall so wollte, waren wir gerade in Santiago, als er gewählt wurde - wusstet ihr übrigens, dass die Chilenen nur in ihrer Heimat-Kommune wählen können?! Mein Gastvater, welcher zum Wählen eingeschrieben ist, musste sich bei der Polizei als wahlunfähig entschuldigen, weil wir uns nun mal in der Zeit rund 2.000 km von seiner Heimatkommune entfernt befanden.
Egal ... den ganzen Tag über war es furchtbar ruhig - man glaubt ja gar nicht, dass man in einer Riesenstadt wie Santiago Langeweile haben kann, aber es ist wohl wirklich nichts mehr unmöglich - maldición! ;D
Am Abend kam endlich Stimmung auf, ganz besonders bei meiner Gastfamilie, da alle Mitglieder geschlossen für die Rechte und somit für Piñera sind. Wir fuhren die endlose Straße Avenida Las Condes/O'Higgins/etc. und was-weiß-ich entlang, die sich von Las Condes bis ins Zentrum der Stadt und von da aus was weiß ich wohin schlängelt. Alle Fenster runter, Piñera- oder in meinem Fall (immer schön neutral bleiben!) simple Chile-Flagge rausgehängt und dann wird gejubelt, wenn man denn für den juten Seba war, ich habe einfach janz neutral das Eszenario beobachtet, welches sich mir bot: Hunderte von Autos in dieser ewig-langen Straße, alle jubelnd und Chile-/Piñeraflaggen schwenkend, hupend, kreischend, springend - so etwas hatte ich bis dato noch nie gesehen, bin ich mir fast sicher!
 ... schließlich, nachdem ich zusammen mit meiner Gastcousine und -schwester aus dem Auto gestiegen und noch einmal knapp zwei Kilometer durch für Fahrzeuge gesperrte Zone gelaufen war, kamen wir endlich in der Plaza Italia an, wo sich bereits bestimmt mehrere hundert Anhänger Piñeras eng gedrängt um eine Bühne versammelt hatten. Aus gigantischen Lautsprechern schallte Reggeaton, um die Leute bei Laune zu halten, und sie tanzten, sangen und feierten alles und jeden - und ich begriff plötzlich: ey, die warten hier doch auf wen! Jahaaa, auf wen wohl? In dem Moment, als auch bei mir endlich der berühmte Groschen oder in diesem Fall eher Peso fiel, deutete meine Gastcousine neben mir auf ein sehr hohes Gebäude am anderen Ende der Plaza, ein berühmtes Hotel, und kreischte frenetisch: "OH MEIN GOTT, MÄDELS, DA AUF DEM BALKON! DAS IST PINERA!"
Jap. Das war er. Der zukünftige Präsident Chiles stand auf dem Balkon, die bestimmt riesige Menschenmasse überblickend, eine Masse, die ihm zu Ehren zusammen gekommen war ... ich fand's ja ganz nice! ; )
Er kam dann irgendwann auf die Bühne und hat eine ewig lange Rede gehalten, ich habe leider nicht viel verstanden, weil neben mir ein Haufen idiotischer Jungmenschen meinte, zur Feier des Tages gratis maximale Gehörschädigung verteilen zu müssen und sich während der gesamten Zeit die Seelen aus dem Leib geschrieen und trompetet hat.
Am Ende explodierte über uns eine gigantische Wolke Konfettis, und 200 Luftballons (passend zum diesjährigen Bizentenarium Chiles) schwebten in den Himmel - ein bisschen wie als ob jemand "Wolle mer se reinlasse?!" gebrüllt hätte! ;D
Nur, um mal zu veranschaulichen, wie viel Konfetti da auf uns losgelassen wurde: Ich habe noch zwei Tage, zwei Duschgänge und eine Haarwäsche danach regelmäßig kleine, bunte, runde Papierschnipselchen in meinem Haar gefunden...


... danach habe ich leider die Kamera im Auto vergessen und es leider auch erst gemerkt, als in der Plaza Italia bereits der Rummel losging ; (


Zwei Tage nach den Wahlen hatten dann auch alle (außer mir, Mrs. Nimmersatt) die Hitze Santiagos satt und sehnten sich nach ihrem geliebten Chiloé, Regen und Wind, juhu! U,U
So machten wir uns nach einem lustigen Abschiedsabend mit Kartenspiel und Twister-Wirrungen auf, um die 1.800 km lange Reise Richtung Süden anzutreten, wobei wir noch einen nächtlichen Zwischenstopp im Badeort Pucón einlegten, wo wir für ein paar Stündchen noch ein letztes Mal die zarte Sommerbräune vertiefen konnten, bevor es dann wirklich so richtig deutlich zurück in vertraute Gefilde und in die Kälte ging.
Und so verabschieden wir uns von den Ferien in Santiago mit einigen letzten, vermischten Bildern:


Matias sorgte während der Reise nach Pucón nochmal für ordentlich Stimmung, der Kleine ist 'ne wandelnde, abendfüllende One-man-Show :D

Pucón:


Hmmm ... Sommer, Sonne, Strand ... ja, ähem, genug Emoemo, jetz' mal zurück nach Chiloé!

Da es in den letzten Wochen eigentlich fast immer nur geregnet hat, haben wir hier nicht wirklich viel zu tun, ich treffe mich mit Freunden oder bleibe zu Hause und versuche mich an den Rezepten aus dem neuen "Großmutters Backbuch", das Mama mir zu Weihnachten geschickt hat. Bis jetzt haben wir, also Coni und ich, schon versunkenen Apfelkuchen, saftigen Schokokuchen und Donauwellen durch  - wobei mir bei letzteren leider erst zu spät einfiel, dass man dafür ja eigentlich keine Süßkirschen benutzen sollte, war widerlich süß, hat also allen außer mir gefallen. ; ) Wie werden's irgendwann noch mal mit Sauerkirschen versuchen, dann sollte es eigentlich besser werden.
Ansonsten gucken wir viele DVDs, Horror und Gewalt, wenns nach Coni geht, und Comedy oder Drama, wenns nach mir geht (und wenns nach unserer Cousine Camila geht, gucken wir den ganzen Tag Hundefilme ... ich. mag. keine. Hunde! Mit einigen Ausnahmen natürlich ...).
So verbrachten wir dann so ziemlich den ganzen Rest des Januars, ich fuhr in der vorletzten Woche zu einer Freundin ins zwei Stunden entfernte Quellón, weil sie zu ihrem 17. Geburtstag geladen hatte. Wir hatten extrem viel Spaß in und rund um ihr Haus herum, das fast direkt am Strand liegt, wo wir stundenlang einfach nur am Wasser entlang liefen und redeten - einfach klasse. : )

Dann, am letzten Januarwochenende, rief mich meine Freundin Karla an und fragte, ob ich nicht ganz spontan Lust hätte, nach Quehui zu fahren, eine etwa zwei bis drei Stunden von Castro entfernte Insel, auf der eine meiner besten Freundinnen hier, Cristina, lebt. Sie hatte Karla angerufen und gemeint, es gäbe eine Art Volksfest an diesem Wochenende, und dass sie auch mich und noch zwei andere Mädels fragen sollte, ob wir nicht kommen wollen. Die beiden anderen sagten leider ab, aber ich, mit meiner üblichen "Kommt, wir gehen mal ans Ende der Welt" -Einstellung*, sagte einfach mal "ja" und saß dann fünf Stunden später pünktlich um vier Uhr nachmittags mit Karla auf der Fähre.
Ebenfalls mitgekommen war Valentina, ein Mädel, dass auch ins Liceo geht und ein Jahr jünger als wir ist, sie wohnt genau wie Cristina während der Schulzeit in einer Pension, in der gleichen wie Cristina, genau genommen, daher sind sie nun befreundet, und wir haben uns ebenfalls angefreundet während der zahlreichen Aufenthalte in Cristinas Zimmer, welches gleich gegenüber dem Zimmer von Vale und ihrer Schwester liegt.
Nach drei eisigen Stunden auf dem Deck der Fähre (unten war alles rammelvoll) kamen wir endlich völlig durchgefroren in Quehui an(oder auf Quehui? Ist schließlich 'ne Insel ... O.o), wo uns Gott sei Dank Cristina schon zusammen mit ihrem Vater und - ganz wichtig! - mit ihrem warmen Auto erwartete. Nachdem uns erst mal mitgeteilt worden war, dass wir Deppinnen uns natürlich in unserer Deppertheit just auf den langsamsten und klapprigsten Transporter gesetzt hatten (andere Fähren brauchen rund eine Stunde weniger ...), wurden wir dann in Cristinas Haus erst mal mit selbstgemachten Meeresfrüchte-Empanadas und viel heißem, schwarzen Tee aufgepäppelt, und als Karla ihren offiziell vor Kälte zeitläufig abgestorbenen rechten Fuß auch wieder spüren konnte, zogen wir los, die Insel zu erkunden ... : )

auf der Fähre:

Quehui; Kätzchen und im Feld von Cristinas Opa:

Quehui



So ... mehr Fotos kann ich nciht hochladen, denn ich muss mich fertigmachen, wir fahren gleich nach Castro, ich wollt' ja als schon mal nachschauen, ob Mamas Luftumschlag angekommen ist. Hoffe, euch hat der Eintrag gefallen, auch wenn er ja mit den ganzen bunten Dingerchens eher als Bilderbuch zu bezeichnen ist, und das ist auch gut so! : )

Ein halbes Jahr ist jetzt rum, 5 Monate kommen noch; ich bin gespannt! :D

Bis zum nächsten Eintrag,
ciaociao und ganz viele, liebe
Grütze!
<3




* eine ziemlich genaue Beschreibung meiner Person, aufgestellt von Cristina:
"Wenn ich jetzt sagen würde: kommt, wir gehen mal ans Ende der Welt!, würde Inga einfach Juhu, ich bin dabei! schreien und sofort ihren Koffer packen gehen, ohne wenn und aber!" ^,^
  • Current Location: Dalcahue
  • Current Music: "Laut Gedacht"-Konzert von Silbermond & diverses von Kings of Leon <3

Dezember '09 - "Was singt'n der Baum so?" "Stille Nacht, Gloria, ..."

HOLAAA! :D
Anlässlich einiger gewisser Festtage möchte ich natürlich erstmal allen FELIZ NAVIDAD wünschen und dass ihr gut in's año nuevo rutscht!! :)


Hmmm ... es ist wirklich kaum zu glauben, dass die Hälfte meines Austauschjahres tatsächlich fast schon um ist ! 5 von 11  Monaten hier sind jetzt um ... mein Rückflug, so wurde meinen Eltern mitgeteilt, wird übrigens warscheinlich am 6. Juli 2010 erfolgen - und auch wenn ich natürlich meine Familie und Freunde in Deutschland vermisse, zurückkehren möchte ich nicht wirklich, im Moment zumindest noch nicht.   Meine Gastschwester fragt mcih immer wieder, ob ich wirklich sicher bin, dass es keine Möglichkeit gibt, ein halbes Jahr länger zu bleiben :) Nein, die gibt es leider nicht, sage ich ihr dann immer, außerdem, glaube ich, habe ich mit meinem deutschen Abitur später auch bessere Chancen in der Berufswelt als mit einem chilenischen Schulabschluss ... no sé, ich weiß es wirklich nicht. Warum gibt es keine verdammten Experten für solche Fragen?! Ich bräucht' gerade einen, denn ich plane schließlich keine 0-8-15-Zukunft. >.>
Aber jetzt muss ich ja zum Glück auch noch nicht über so etwas nachdenken. Hab' ja noch 6 Monate hier! :)


So, jetzt endlich mal zu den Ereignissen diese Monates :

Anfang Dezember gingen die Abschlussfeiern los. Diese haben in Chile immer zwei Teile: eine offizielle Vergabe der Abschlusszeugnisse mit der Familie, manchmal auch Freunden, und Lehrern, und der andere Teil ist eine "Gala", also im Prinzip eine ganz normale Nacht in der Disco, aber mit festlicher Kleidung, heißt also für die Mädels ein elegantes Kleid (in einigen Fällen kann man sich natürlich immer streiten, ob das nun wirklich elegant war, aber na ja ..^^) und für die Jungs Anzug, die von den Abschlussjahrgängen organisiert wird und zu der nur geladene Gäste kommen dürfen (also Freunde, Eltern sind da eher fehl am Platze^^).  Ich war bei zwei dieser Feiern dabei, die eine war von einer Privatschule (San Francisco de Asis) und die andere von meinem Liceo.
Die vom San Pancho, wie hier alle das San Francisco nennen, war ja mal ober-langweilig, denn erst mal musste man sich einen ewig-langen Gottesdienst antun und dann sind während der Verleihung mindestens 3 oder 4 Mamas auf die Bühne getrippelt und haben unter Tränen in einer Rede von mindestens drei vollgeschriebenen DIN-A-4 Blättern immer genau das Gleiche gebrabbelt, von wegen sie seien ja so stolz auf die Kinderlein etc. Eine Mama hätte ja nicht gereicht?! Nein! Es mussten ja drei oder vier sein.
Danach gab's zum Glück nur eine Schülerrede, die auch tatsächlich ganz schön und rührend war - aber DANN kam die Direktorin der Schule, eine bolivianische Nonne in ihren späten Fünfzigern mit einem Gesicht wie dreihundert Tage Regenwetter inklusive Blitz und Donner, die in einer ellenlangen Rede die gerade wieder durch die Schülerrede etwas wacher gewordene Zuhörerschaft schnurstracks in einen Zustand komatischen Tiefschlafs zurück versetzte. -.-zzZZ
Na ja .. die Gala soll wohl noch schlimmer gewesen sein, Langeweile-technisch, meine ich ... gut, dass ich an dem Tag nicht konnte! xD
Die Zeugnisübergabe des Liceos war kürzer, obwohl im Liceo rund 200 Schüler verabschiedet wurden und im San Pancho nur 30 ... die Zahlen sprechen  Bände, denke ich! >,> Ich habe im Chor mitgesungen, musste dafür extra die chilenische Nationalhymne auswendiglernen, konnte da schließlich nicht mit dem Text in der Hand auflaufen, wenn alle anderen stolz und aus dem Kopf heraus ihre Hymne schmettern. ;) Außerdem musste ich mir einen dieser furchtbaren Jumper von einer Freundin leihen, die zwar in etwa meine Maße hat, leider jedoch wie die meisten Chileninnen kleiner ist als ich, weswegen mir das Teil ein wenig kurz war .. egal, die Mädels mussten halt mit Jumper auflaufen, und da viele keinen haben (weil. sie. hässlich. sind!) und sich wie ich einen leihen mussten, sahen besonders einige etwas korpulentere Mädels noch um einiges schlimmer aus als ich ... von daher ... ;)

Hier einige Fotos von den beiden Lizenziaturfeiern (die von den Galas sind nix geworden >,>):

San Francisco:


Liceo:
<-- das war, nachdem sie offiziell zu Ex-Schülern erklärt worden waren ... super emotionaler Moment :)


Ja. Gut. Ähem, was noch?!
Mein kleiner Gastbruder Matias wurde komunniert. na ja, war halt ne 1. Kommunion, nicht anders als in Deutschland, würde ich mal vermuten!^^ Davon habe ich auch einige Bilder:






... das neben Weihnachten und Neujahr wichtigste Ereignis dieses Dezembers waren natürlich ohne Zweifel die Präsidentschaftswahlen der Republik Chile.

Diese finden alle vier Jahre statt, das letzte Mal also im Jahre 2005 (und genau genommen 2006, denn genau wie in diesem Jahr auch hatten
beim ersten Wahldurchgang (immer ungefähr Mitte Dezember) zwei Kandidaten die Mehrheit der Stimmen, aber niemand die absolute Mehrheit, sodass im darauffolgenden Jahr eine Stichwahl stattfand. Das letzte mal gewann die jetzige Noch-Präsidentin Michelle Bachelet der sozialistischen Concertación.
Nächstes Jahr am 17. Januar wird sich dann entscheiden, ob demnächst und für die kommenden vier Jahre Sebastián Pi
ñera oder Eduardo Frei in die Moneda ("Münze"), den Regierungspalast im Herzen Santiagos, einzieht.
Ich will hier nicht zu viel über Politik reden, denn mir scheint keiner der beiden übrig gebliebenen Kandidaten all zu großartig zu sein (Frei war schon einmal Präsident Chiles, und nach allem, was mir ge
sagt wurde, hat er das Kindchen wohl nicht ganz so großartig geschaukelt bzw. nach den Erzählungen einiger schlicht und einfach nichts gemacht, und Piñera hat allem Anschein nach nicht wirklich eine weiße Weste, was seine Geschäfte angeht.) - ich könnte ja allerding mal ein wenig das Wahlsyste erklären, für die, die's interessiert:
Also. In Chile kann jeder Staatsbürger der 18 oder älter ist, wählen. Frauen und Männer wählen weiß-der-Geier-warum getrennt nach Geschlechtern, jeder hat nur eine Stimme, die Wahlen sind gleich, geheim usw. ...
Die Präsidentschaftskandidaten/-innen müssen mindestens 40 Jahre alt und selbstverständli
ch chilenische Staatsbürger/-innen sein. Außerdem müssen sie einer Partei angehören oder, wenn sie denn unabhängig sein wollen, 36.000 Unterschriften von Chilenen, die sie unterstützen würden, ansammeln.
Ein Präsident kann wiedergewählt werden, allerdings erst in der übernächsten Legislaturperiode, ein gutes Beispiel ist der Se
ñor Frei: er war im Jahre 1998 schon einmal zum Präsidenten gewählt worden (ich weiß, im Wikipedia-Artikel sagts's was anderes, aber der Artikel ist wohl ziemlich fehlerhaltig), konnte sich aber nicht für die darauffolgende Periode wiederwählen lassen, und kann jetzt, für eine spätere Periode, wieder kandidieren.
Chilenen, die im Ausland leben oder körperlich nicht in der Lage sind, im Wahllokal zu erscheinen, können nicht wählen, denn es gibt (noch) keine Briefwahlen, im Moment fordern viele, dass hierzu ein Gesetz erlassen wird (oder geändert wird, keine Ahnung ..), sodass in Zukunft auch Leute, denen es ni
cht möglich ist, in die Wahllokale zu gehen, wählen können.

Hier noch einige Wahlplakate von Pi
ñera, Frei und den beiden bereits ausgeschiedenen Kandidaten Jorge Arrate (Wikipedia-Seite nur in Spanisch vorhanden, ist Kommunist) und Marco Enriquez-Ominami (ebenfalls nur in Spanisch), parteilos, aber eher gemäßigt links und mein persönlicher Favorit.






Weg von der leidigen Politik und hin zum schönsten Thema des Dezembers: Weihnachten!! :D

Ich weiß nicht, ob es hier den Advent überhaupt ni
cht gibt, oder ob sie ihn nur nicht so feiern wie wir in Deutschland, ich hab' hier zumindest nie auch nur ein Wörtchen von wegen Advent gehört ...
der 24. ist hier ein bisschen anders als bei uns: erst mal steht man natürlich wie immer spät auf. Wenn man aufgestanden ist, zieht man sich an, duscht sich, isst eventuell ein bisschen was, putzt sich die Zähne ... und wenn man 'ne Frau im Alter von 7-99 ist, fängt man
gleich danach an, zu kochen. Damit ist man dann normalerweise auch ganz gut bis 6.30 Uhr abends beschäftigt, danach wird sofort aufgetischt, und die Arbeit von rund vier Stunden wird in 15-20 Minuten locker verschlungen.  Danach schmerzt der gemeinen deutschen Austauschschülerin generell der Magen, da sie in letzter Zeit immer fiese Magenschmerzen bekommt, wenn sie zu viel isst, und sei es noch so lecker ...U.U
Um zehn Uhr abends sind wir dann in die Kirche zur Messe gegangen, wo wie in Deutschland auch Kinder als Maria, josef, Hirten und Co. verkleidet auflaufen. Allerdings haben sie zumindest in unserem Gottesdienst kein Stzück aufgeführt, sondern saßen still als so eine Art lebende Dekoration vor dem Altar. Meine Gastcousine Camila (13 Jahre) war die María und damit überhaupt nicht glücklich - sie wollte sich nicht fotografieren lassen, als wir sie vor dem Gottesdienst kurz gesprochen haben. xD
Der G,ottesdienst ist ewig lang, fast zwei Stunden allerdings fand' ich ihn gar ni
cht mal so übel, auch wenn ich als Protestantin natürlich die ganzen wirklich lustigen Teile, bei denen man dann wenigstens auch kurz mal von den ungemütlichen Holzbänken Marke "bequem sitzen bringt nur Rückenschäden!" aufstehen und sich die Beine vertreten kann, also das Abendmahl, ja leider nicht mitmachen konnte, aber na ja ... ;)
Im Allgemeinen ist die Atmosphäre lockerer, wer will, kann auch in Jogginghose in die Kirche kommen, und der Chor/Band aus Kindern und Teenagern trägt Bluejeans und diese knuffigen Nikolausmützen mit den roten Blinklichtern, die ich als Kind auch immer haben wollte. Alle singen laut mit (egal ob man nun ein Gesangstalent oder -troll ist ;D), klatschen, an einer Stelle des Gottesdienstes gibt man immer allen Umstehenden die Hand und sagt "Frieden", egal ob man ihn/sie nun kennt oder ni
cht, der Teil ist in jedem Gottesdienst vorhanden und gefällt mir richtig gut, dass sollten wir in Mühlsen auch mal einführen. Außerdem erklärt dass auch, warum meine Gastschwester sich mit mir immer in die Nähe von minos, hübschen Jungs unseres Alters, setzen will, und meine Gastmutter immer meint, wir zwei sollen doch bitte in ihrer Nähe bleiben. ;D xD
Nachdem der Gottesdienst beendet ist (jetzt sind's dann auch bald 12 Uhr mitternachts^^), tuckert man dann durch ganz Dalcahue von der Oma zum Onkel soundso, vom Opa zur Cousine zweiten Grades etc., um sich ab zwölf Frohe Weihnachten zu wünschen, es werden Familienmitglieder, die weiter weg wohnen, angerufen, außerdem natürlich auch gute Freunde ...
und danach beginnt der wirklich lustige Teil für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denn man trifft sich zum Lagerfeuer (dieses Jahr, weil's regnete, im Grillschuppen eines Onkels), wo man dann stundenlang Cola-Rum, Fanta-Rum, Sprite-Rum oder auch (
ganz kreativ!) Rum trinkt und sich einen Schwank nach dem anderen erzählt, was durchaus lustig werden kann, wenn man so wie ich mit seiner Gastschwester und einer
zwischen 18 und 26 Jahren alten Horde von sieben Cousins inklusive ihren schrägen Freunden in Onkels Grillbude hockt, in Mangel eines Radios (ist bei der vorletzten Fete kaputtgegangen - keiner weiß, wie es im Grill gelandet ist ...) mit meinem iPod und zwei Mini-Lautsprechern (zu) leise Musik hört (was aber nicht wirklich wichtig ist, schließlich sind wir doch alle mögliche Gewinner von "Chiles Supertalent" und gröl - pardon, singen fleißig mit^^)
... besonders int
eressant wurde es für mich übrigens immer dann, wenn der iPod ein deutschsprachiges Lied zum besten gab und alle auf einmal "den Text kannten" (als wenn die englischen dank diverser seltsamer Aussprache und Grammatik nicht schon bombe gewesen wären! xD) - es geht doch nichts über Männer sind Schweine von den Ärzten, intoniert von einem 24-jährigen chilenischen Ingenieurstechnik-Studenten, der danach zu allem Überfluss auch noch behauptet, er habe alles verstanden, schließlich brächten sie ihm in seiner Universität super Englisch bei. Ich glaub', an der Stelle kam dann auch ein gigantischer Lachanfall meinerseits .. :'D

Dass der Gute ein bisschen später dann angefangen hat, seine Theorien über die Sprechgewohnheiten der Europäer (benutzen ganz viel Mimik und Gestik beim Sprechen - womit er durchaus recht haben könnte, ich zumindest rede so und viele Bekannte ebenfalls...) zum Besten zu geben und das ganze dann zum krönenden Abschluss am Beispiel seiner Studienfreundin aus Minnesota/U.S.A belegen wollte, womit er dem Publikum mal wieder einen exquisiten Brüller lieferte... ja, das erzähl' ich besser nicht! xD


Nachdem ich am anderen Tag erst gegen halb zwei Uhr nachmittags wieder einigermaßen wach war (womit ich mir nach wie vor meinen Ruf als Frühaufsteherin gerettet habe, denn der Rest stand so um drei auf...), ging es nur schenll anzeihen, waschen und danach direkt zu den Großeltern väterlicherseits, wo man uns liebenswert besorgt wie immer eine Hühner-Cazuela aufdrängen wollte. Ich hatte allerdings nach dem großen Fressen am Abend davor und auch dank dem Cola-Rum nach wie vor keinen Hunger. Nun muss man wissen, dass "ich hab' keinen Hunger" keine Ausrede ist, essen muss man so oder so etwas, man könnte ja plötzlich und unerwartet vom Fleisch fallen. ;) 
Also überredete ich - inzwischen geübt - meine Gastoma dazu, mir bitte nur die pure Casuelabrühe zu servieren, also ohne das Fleisch, dass für die Fütterung drei oder vier hungriger Tiger ausreichen würde, die gigantischen Kartoffeln, den halben Maiskolben und die gefühlten zwei Kilos Reis pro Portion - die Angaben sind natürli
ch wie fast immer zur humoristischen Auffrischung des Artikels leicht übertrieben.
Nach einer Stunde mehr oder weniger erfolgreichen Abwehrens der Cazuela ob meiner immer noch in leichter Form vorhandenen Magenschmerzen ging's schnurstracks zu den anderen Großeltern, wo zur Feier des Tages - wie könnte es anders sein - mal wieder ein Lämmlein dran hatte glauben müssen: Asado, Freunde! ;)
Auch hier versuchte frau es wieder mit der "Nein-bitte-kein-Asado-mir-schmerzt-der-Magen"-Technik und wurde dieses mal sogar wundersamerweise ohne großes Federnlesen vom Schlawittchen gelassen, sodass ich zusammen mit meiner Gastschwes
ter und -cousine, denen ebenfalls der Sinn definitiv nicht nach Essen stand, den Nachmittag lang ausgestreckt auf der großen Eckbank liegend rund um den großen Ofen verbrachte, von wo aus man ganz herrlich Titanic auf DVD schauen und Grimassen für Nacha, den kleinen Schreihals, schneiden konnte.
Danach ging es abends übrigens noch mal zu den anderen Großeltern, wo uns - oh Wunder! - noch ein Asado angeboten wurde. Ich aß ein wenig Hühnchen, denn der Hunger war inzwischen stärker als die mehr und mehr abflauenden Magenschmerzen.^^
Die Nacht verbrachten dann ich, meine Gastschwest
er und meine beiden Gastcousinen zusammen im Haus einer der Cousinen, wo man bis spät in die Nacht DVDs schaute.
Alles in allem also ein ganz normales Weihnachten für mich! ;)


Plastikweihnachtsbaum

Meine Gastcousine als María :D

der Pfaffe bringt das Christkindlein ;D


und hier das absolute Highlight meiner chilenischen Weihnacht: ein "singender" Weihnachtsbaum!!




Feliz Navidad, weones :)



Das wär's dann auch für diesen Monat - und HEY!, das wär's dann ja auch für dieses Jahr!! :D
Ich hoffe, euch hat dieser Eintrag gefallen, im nächsten werden dann hoffentlich viele schöne Bilder aus Santiago zu sehen sein. :)
Hab' schon alles gepackt, die Fahrkarten sind gekauft:



Also bleibt mir nichts weiteres mehr übrig, als noch ein paar Fotos bunten Allerleis hochzuladen,
und euch zu wünschen, dass ihr gut in's neue Jahr 2010 rutscht!

Grütze
<3 :)

Inga



PS: Mama, vielen, vielen Dank für das Weihnachtspaket, meine Gastfamilie ist zwar mit mir einer Meinung, dass du nicht ganz dicht bist, uns so viel zu schicken (;D), aber sie essen all die Schokolade und die Plätzchen wirklich mit Ehrfurcht und richten dir aus, dass sie deine Plätzchen vergöttern, das Buch stösst hier auch auf reges Interesse - und meine Gastschwester hat sogar ihr Happy Hippo erst gegessen, nachdem sie ein Foto davon gemacht hatte, weil sie's zu schön zum Essen fand. ;)
Danke an Oma für meine Lieblingsplätzcchen. Die geb' ich nicht heraus, da siegt der gesunde Egoismus der Inga H. aus M. dann doch!! :D





JA! Es ist ein asado, wer hätt's gedacht! ;) Und das daneben sind ich und mein perrito bonito Jack, welcher gerne Händchen hält.^^

Puerto Montt
meine Gastcousine Luisa auf der F�hre nach Chilo�

  • Current Location: Dalcahue
  • Current Mood: giggly gut, guter, gutestens :)
  • Current Music: somewhere only we know - Keane

November '09 - Ich stelle fest: ich kann nicht mal Nudeln kochen!

'Ja Hallöschen ooch! :)
Ich weiß, der Eintrag kommt mit leichter Verzögerung, ich hatt's vergessen! T.T


Also, da wären wir wohl mal wieder. Der Lehrerstreik wurde Mitte November endlich beendet, das heißt, ich kann seit zwei Wochen endlich wieder in der Schule knechten. Und da wir so viele Stunden verloren haben durch den bekloppten Streik, dürfen Fräulein H. und ihre Mitleidenden jetzt auch samstag-morgens erscheinen, um jeweils einen Montag nachzuholen, also Stunden von Montag auch samstags, was jetzt zur Zeit besonders schön ist, da der Sommer auch hier endlich anfängt, sich gegen Dauerregen und Kühlheit durchzusetzen ... is' immer herrlich, so bei strahlendstem Sonnenschein am Fenster zu sitzen und sich schön langsam von der Sonne das Gehirn braten zu lassen, denn die Vorhänge wurden Ende Oktober zum Waschen gebracht und sind seit dem nicht mehr aufgetaucht, weshalb wir an den Fenstern jetzt neuerdings immer mit ganz modischen, hochroten Köpfen und bis zum bersten gefüllten Wasserflaschen anzutreffen sind ...
Wie sagen sie bei euch in D. doch immer so schön; "Ich bin so positiv, ich zieh' die ganze negative Scheiße an!"^^

Also ich find's immer noch ganz toll hier! Hab' mich diesen Monat mal kurz mit meiner Gastschwester gestritten, aber wir haben uns auch wieder vertragen und sind jetzt wieder ein Herz und eine Seele. - gut so, denn am 1. oder 2. Januar geht's nun tatsächlich ab nach Santiago für uns beide, ein paar Tage ohne den Rest, wir werden bei einem Onkel wohnen und Mo-Fr morgens die "Universität Chiles" besuchen, das ist natürlich nicht die einzige Uni im ganzen Land, aber so ziemlich die Allerbeste, und meine Schwester hat es gebacken bekommen, dort für einen Sommer-Schnupperkurs in Jura angenommen zu werden - ich komm' als Gasthörerin mit, denn morgens wäre sonst außer mir niemand im Hause (nicht, dass mir lange schlafen was ausmachen würde! ), und das möchte meine familie nicht, es könnte ja was passieren. Wir werden in Las Condes wohnen, das ist der Stadtteil gleich neben Providencia, wo die Uni ist - und natürlich auch das Büro von YFU Chile. Vielleicht kann ich auch Anna wiedersehen, die in Calama im Norden lebt und deren Gastschwester in der Universität für einen Schnupper-Kurs in Schauspielerei angenommen wurde ... das wär' natürlich auch obergeil, allerdings hab' ich ihr schon gesagt, dass dieses Mal kein Deutsch geredet wird!! ;)
Nach dem Aufenthalt in Santiago, so meinten meine Gasteltern, werden wir wohl auch noch nach Viña del Mar, Valparaíso und im februar vielleicht sogar eine Woche nach Mendoza in Argentinien, aber das steht wohl noch in den Sternen, ob das wirklich was wird.
Egal; SANTIAGO! WUHU! :D

So, jetzt mal zu watt annerem, gel?!
Die Ereignisse dieses Monats, mehr oder weniger chronologisch:
Ich muss gestehen, dass nicht wirklich viel los war. Durch den Streik bin ich relativ faul geworden, ich stehe jetzt an Wochenenden erst gegen 12 Uhr auf, wenn ich denn kann - ich weiß, Doreen packt sich jetzt beim Lesen heftigst an den Kopf, weil das für sie noch frühestes Morgengrauen ist, aber naja, ich trainier' mir hier Toleranz an, tut ihr's halt auch! :B
Also nee wirklich, ich saß den größten Teil des Novembers zu Hause und hab mit meinen Gastgeschwistern Karten gekloppt oder Corazon rebelde geguckt, das ist hier so ziemlich die angesagteste Telenovela seit langem, ist ganz neu - und ich muss sagen, sie is' um längen unterhaltsamer als Verliebt in Blödin, Unter uns Idioten und wie sich diese ganzen Schmalz-Strecken im deutschen TV auch noch schimpfen ... ich würd' glatt sagen, ich bin ein Fan ... O.O

Mmm ... weiß nicht, ob ich erzählt habe, dass ich mich im Oktober für das festival der Stimme meienr Schule beworben hatte und auch tatsächlich durch's Casting gekommen bin. Jedenfalls habe ich, kurz nachdem die Schule wieder angefangen hatte, bei diesem Festival mitgemacht, das zwei Tage dauerte und mich 'ne Menge Schlaf gekostet; aber dafür hab' ich 'nen Schwung netter Leute kennen gelernt und am Ende sogar Platz drei belegt, das is' ja immerhin etwas!^^
Ansonsten läufts insgesamt schulisch auch besser, hab' in Geschichte noch eine 7 kassiert (wie 1 in Deutschland) und in Philosophie 'ne 6, wird also langsam besser, zumal mich beide Profes gelobt haben, wie sehr sich meine Sprache schon verbessert habe! :)

So, was noch. Ihr müsst den lapidaren Stil dieses Eintrags entschuldigen, ich bin müde!
Da wär dann wohl noch die Taufe meiner Gastcousine Nacha gewesen, das war ein seeeehr langer Kirchenaufenthalt und ein noch viel längerer Abend mit der Familie und viel Essen, wie immer vorwiegend tierischer Herkunft!^^;
ich würd' jetzt gerne Details geben, aber mein Wachzustand verschlechtert sich zunehmend dramatisch, deswegen werd' ich wie immer lieber mal Bilder sprechen lassen und ditt wär's denn auch für heute.

Viele Grüße wie immer an alle, ganz besondere Grüße an die Familie, weil ja bald Weihnachten ist, und einen Riesen-Extra-Rindsbratwurst-Gruß an Elif, weil sie (nach meiner Zeitrechnung) in drei Tagen Geburtstag hat!!

Inga :)***



Disconacht mit anschließendem Mädelstag bei Fran :)


(Juan Pablo aufwecken macht Spaß! >:D)

<-- Gurkencrememasken :)
echte Freunde nennt man das




Festival de la voz


das ist übrigens Gudi aus Norwegen,
die andere Austauschschülerin an meiner Schule
:)



Nachas Taufe :)


xD
  • Current Location: Dalcahue
  • Current Mood: calm calm
  • Current Music: Música arabe de la Valee - muxas gracias ;)*

Oktober '09 - "NOCH mehr Cousins?!" -"Jo."

Dun - de - dunDUN!
(Da bin ich wieder!)    :B





Also. Der Oktober. Hm, joa, is' schon ein schöner Monat. :)
Diesen Oktober sind bei mir wieder viele Sachen passiert, da wären gewisse Festivitäten, die begangen wurden, einige hübsche Ausflügchen mit meiner neuen Gastfamilie und - OCH JOA, RICHTIG! DER GASTFAMILIENWECHSEL!
Damit fangen wir doch gleich mal an, denn das war ja auch so ziemlich das erste, was im Oktober anfiel.
Folgendes:
Ich war auf der Geburtstagsfeier eines Kumpels gewesen, und hatte bei einer Freundin übernachtet, weil mein Haus einfach zu weit weg lag. Morgens um elf saß ich dann bei meiner Freundin im Zimmer und hab' nur kurz nachgesehen, ob ich in facebook irgendwelche Nachrichten habe, da schrieb mich ein Mädel aus meiner Schule an (sie geht in die Abschlussklasse) und fragte mich, was um Himmels Willen denn los sei, meine Organisation habe bei ihnen angerufen und gefragt, ob sie mich als Gastkind aufnähmen.
Ich war natürlich total ahnungslos, und so schrieb ich ihr, dass es sich wohl um ein Missverständnis handeln müsse und dass ich nicht wechseln würde ... aber natürlich habe ich da auch Zweifel bekommen.
Deswegen machte ich mich schnell auf den Weg nach Hause, und als ich ankam, fragte ich auch gleich direkt meine damals noch Gasteltern, was das zu bedeuten habe, dass meine Organisation eine neue Familie für mich sucht.
Nach einigem rumgedruckse sagten sie mir dann endlich, dass sie die Organisation angerufen hätten, weil mein Gastvater wohl bald seinen Job verliert und sie sich deswegen es nicht mehr leisten können, eine Austauschschülerin mit durchzufüttern ... so einfach wurde mir das gesagt. Ich hab' ihnen dann gesagt, dass das okay sei und ich sie verstehe, aber dass es vielleicht besser gewesen wäre, erst mit mir zu reden und dann die Organisation anzurufen. Darauf haben sie nichts gesagt, ich bin hoch in mein Zimmer und hab' mich erst mal schlafen gelegt, war so um die vier Uhr nachmittags, bin dann irgendwann in der Nacht aufgewacht, hab ein Toastbrot gegessen, was getrunken und in meinem Zimmer Verblödungsfernsehen geschaut. Danach hab' ich dann bis zwölf Uhr mittags wieder geschlafen.
Gottseidank, muss ich nun sagen, war ich dann nachmittags online, und so schrieb mich eine Freundin an. Ich erzählte ihr, was los sei, und dass ich nun Angst hätte, in eine neue Stadt und Schule zu müssen, falls sich keine Gastfamilie in der Nähe fände. Daraufhin schrieb sie mir ne halbe Stunde später, dass ich zu ihnen ziehen könne, sie habe bereits ihre Eltern gefragt und diese hätten zugestimmt ... öhm, joa, ich war baff!^^ Hab' dann gleich meine Repräsentantin von YFU angerufen, ihr die Adresse der Familie gesagt und alles, und eine Woche später befand ich mcih dann ja bereits im Hause meiner neuen Gastfamilie. Der Anschied von emienr ersten Familie war dann eher lari-fari und kalt, aber mehr hatte ich ehrlich gesagt auch nicht erwartet, da ich mich dort ja eh nie wie eine Tochter mehr, sondern immer wie die komische Gringa aus'm Zimmerchen oben links in der Ecke, die keine Schweinefleischcasuela mag, gefühlt.

So. Jetzt zu den erfreulicheren Themen: mein 17. Geburtstag! :D
Also, ich kam morgens in die Schule, und meine Freunde und Klassenkameraden haben mir 'ne nette kleine Sause im klassenraum bereitet, haben mir Zitronenkuchen gebacken, meine Freundinnen haben mir sogar Geschenke mitgebracht (:3), außerdem ist es hier wohl Brauch, zwei, drei Luftballons mitzubringen, auf die dann alle Geburtstagswünsche schreiben, und die wurden mir dann auch feierlich überreicht. :) Im Anschluss saßen wir da dann vier Stunden herum (Unterricht fiel wohl irgendwie passenderweise aus an dem Tag^^), bevor uns die Inspektoren endlich gehen ließen. Danach war ich noch mit meinen Freundinnen in einer Eisdiele mit Eisbechern, in die man sich glatt reinsetzen könnte, denn sie sind nicht nur saulecker, sondern haben auch monströse Ausmaße, da kann unser Korbacher San Marco mit seinen Mini-Kügelchen glatt mal einpacken.
Wie dem auch sei, zu Hause (noch in der alten Gastfamilie), wurde mir dann auch gratuliert und eine CD geschenkt von einer alten chilenischen Band, die mir gut gefällt: Los Jaivas. :)
An dem Tag versuchte ich auch, das erste mal per Skype mit Mama zu telefonieren, aber aufgrund technischer Probleme ging das leider nicht. :(  Also ging ich nachmittags wieder in die Schule, ohne mit Mama geredet zu haben (wir werden's demnächst mal wieder versuchen), na ja, wir hatten dann Sport, wo wir uns im Moment eine Tanzchoreografie aus den Köpfchen hämmern müssen, und danach wollte ich wie immer noch mit meinen Freundinnen zur Plaza, um ein bisschen rumzusitzen und zu reden ... aber irgendwie hatten alle etwas zu tun, sodass ich das zur-Plaza-gehen schon ins Wasser fallen sah, als mich auf einmal ein paar andere Mädels aus meiner Klasse ansprachen, die zur Plaza wollten. Also ging ich mit ihnen, da ich mich auch mit ihnen gut verstehe, wenn wir auch keine Freundinnen sind. Nach einer halben Stunde sagten aber alle, dass ihnen kalt sei (ich war verwirrt: es war der schönste Tag der Woche, mit 16°C, und wir alle waren dick genug angezogen um gemütlich rumsitzen zu können...), und so musste ich wohl oder übel nach Hause.
Als ich klingelte, hörte ich gleich Schritte - allerdings schleichend. Naja, genau genommen schlecht schleichend, sonst hätt' ich sie ja nich' gehört ... wie dem auch sei, jemand schlich zur Türe und guckte wohl durch den Spion, danach ging es im schlecht geschlichenen Eilschritt woanders hin.
Ich wunderte mich währenddessen natürlich nicht im Geringsten, aber nein. ;)
Einige Sekunden später öffnete mir meine Gastmutter dann endlich die Tür, lächelte und meinte, da sei ich ja endlich. Ich so "Hmmm, joa, aber ich komm' doch immer so spät ...". Meine Gastmutter schiebt mich praktisch in's Wohnzimmer, wo alles dunkel ist, ich will gerade fragen, wie das denn käme, als plötzlich das Licht angeht und meine Freundinnen aus allen Ecken und Enden hervorspringen und "Alles Gute zum Geburtstag!" schreien! :)
Sie hatten eine Überracshung für mich geplant, hatten mir eine Torte besorgt usw., und so saßen wir da stundenlang und haben einfach nur geredet. ... Also für mich war das also alles in allem ein gelungener Geburtstag. :)

das Ende einer Torte - nach chilenischer Tradition ;)


Einige Tage nach meinem Geburtstag fand in meiner Schule eine Feier anlässlich (so glaube ich zumindest) des Tages, an dem Amerika entdeckt wurde, statt, dieser Tag nennt sich der Tag der kulturellen Vielfältigkeit und jede Klasse der Schule erhält ein anderes Land, dass sie an diesem Tag mit einem Stand und Aufführungen vertritt.
Meine Klasse hatte mit dem Los Südafrika gezogen, also zermaterten wir uns die Köpfe, was denn typisch südafrikanisch sei und wie man dieses Land am besten präsentieren konnte. Am Ende verkauften wir Fruchtspieße und selstgemachte Säfte - genau wie auch die Stände Cuba, Puerto Rico, Brasilien, Philippinen, Jamaica etc. >.> ;)
Aber auf die Gestaltung unseres Standes bin ich doch stolz, vor allem, weil ich die beiden Papp-Menschen gemacht habe!^^

ja, es gab auch Deutschland:
am Stand gab's alkoholfreies Bier und fettige Würstchen! xD


So, was passierte sonst noch so im Oktober? Hmm, also er
st mal wurde das Wetter langsam besser, es ist jetzt nicht mehr kalt, wenn auch noch nicht wirklich superwarm wie z.B. in anderen Teilen Chiles (in Santiago haben sie schon dauernd 25°C oder mehr ...) - schön frühlingshaft halt, es regnet wie immer alle paar Tage, aber das ist zum aushalten, meistens regnet es nachts, inzwischen hab ich mich schon richtig daran gewöhnt, mit Regengeräusch einzuschlafen, ich geh' nämlich in letzter Zeit relativ spät in's Bett, da wir im Moment keine Schule haben. Grund dafür sind nicht etwa Ferien, nee, schön wär's; wir haben Streik! Lehrerstreik! Also was heißt wir, die Lehrer der privaten und teil-privaten Schulen streiken nicht, die haben anscheinend genügend Geld, aber die Lehrer der öffentlichen Schulen, wie meiner, haben gesagt, dass sie entweder Geld vom Staat bekommen, oder weiterstreiken bis zum Sankt Nimmerleinstag -.- (die Summe ist aber so hoch, dass ich persönlich verstehen kann, dass der Staat das nicht zahlen will, zumal schon vor ein paar Jahren sich das Gehalt der Lehrer deutlich erhöht hat). Fakt ist nun, dass ich genau wie meine Klassenkameraden tatenlos zu Hause sitze und nichts zu tun habe. Am Wochenende machen wir immer kleine Touren, aber ansonsten geht unter der Woche nicht viel, denn die Erwachsenen müssen ja arbeiten und die Leute, die in privaten oder teils-geförderten Schulen sind, müssen wie immer knechten. Also sitz ich hier meist stundenlang am PC, genau wie meine Gastschwester, ab und an treffen wir uns mal mit Freundinnen, aber das eher nicht so oft ... abends gehen wir oft zum Poolspielen, mit zwei Cousins (einer Anfang, der andere Mitte oder auch Ende 20), ab und an Freundinnen in unserem Alter und natürlich unserem kleinen, ab und an etwas nervigen Gastbruder (11),  Ich habe das Bauchtanzen immer noch nicht aufgegeben und bilde mir vehement ein, besser zu werden. ;)
Nun, tut mir Leid, dass dieser Blog mal wieder so kurz ist, aber mir fällt echt nciht mehr ein, was es no
ch zu schreiben gäbe, ich werd' jetzt einfach noch ein paar Fotos hochladen von den Touren, die wir an den Oktober-Wochenenden gemacht haben, und das wär's dann leider auch schon wieder! ;P

Fedde Grütze an alle! :D

Inga
<3



Ausflug nach Ancud:

1. Ausflug nach San Juan (da wohnen die Eltern meiner Gastmama):

In letzterem Foto seht ihr meine beiden Gastgeschwister, Matias(11) und Conni(17) - und nein, Mama, du
kannst dich abregen, ich habe mir (bis jetzt ... höhö ...) noch nicht zehntausend neue Jacken gekauft, das ist die Jacke meines Gastpapas, weil ich meine bei den Großeltern im Haus vergessen hatte. Das, was mein Gastbruder da kaut, nennt sich Nalca, eine Art Riesenrabarber, die man überall an den Stränden Chiloés finden kann, und die man roh mit Salz oder Zucker isst (traditionell mit Salz, aber mir schmeckt's nur mit Zucker, obwohl sie mir persönlich auch ohne alles gut schmeckt, kommt drauf an, wie bitter sie von Natur aus ist ...). Das im Hintergrund sind künstlich angelegte Muschelbänke, dort wachsen die Locos, die einzige Muschelart, die mir wirklich schmeckt, weil sie im Gegensatz zu anderen Muscheln eine total zarte Textur haben (bevor sich hier gewisse Familienmitglieder über meine Schnückischkeit aufregen, ich esse hier so ziemlich alles, ja?! Das heißt, ich schluck das, worauf ich lieber nicht rumkaue, in einem runter.^^).

Zweiter Ausflug nach San Juan, diesmal wurde ein Schäflein geschlachtet für ein Asado:

  unten: das Haus der Gastgroßeltern                                                    das Schaf *MUHAHAHAHAAAA*

so hoch sind die Wälder am Strand von S.J ... zum Vergleich: im roten Kringel sind mein Gastpapa und -bruder zu sehen


Wasserfall von Tocoyhue

das sind meine neuen Gasteltern, Polo und Marisol :)


Allerlei:


  • Current Location: Dalcahue
  • Current Mood: cheerful zufrieden :)
  • Current Music: Juan Luis Guerra - La Bilirrubina :D